Handball-Regionalliga: Rheinbach gleicht in letzter Sekunde aus

Handball-Regionalliga : Rheinbach gleicht in letzter Sekunde aus

Ein Treffer von Rene Lönenbach kurz vor dem Schlusspfiff sicherte dem TV Rheinbach in der Handball-Regionalliga einen Punktgewinn gegen den VfB Homberg. Dem TSV Bonn rrh. gelang ein knapper Sieg beim TV Korschenbroich.

Nachdem die Bonner Handballer in der Regionalliga Nordrhein von Fortuna zuletzt ziemlich im Stich gelassen worden waren, gelangen ihnen mit dem nötigen Quäntchen Glück am fünften Spieltag ein Unentschieden und ein Auswärtssieg. So kam der TV Rheinbach M 1883 durch einen Gewaltwurf von René Lönenbach eine Sekunde vor Schluss vor über 300 begeisterten Zuschauern zum verdienten 27:27-Ausgleich gegen den VfB Homberg. Dagegen sicherte sich die TSV Bonn rrh. ihren 27:26-Auswärtserfolg beim TV Korschenbroich schon fast vier Minuten vor Schluss und behielt in den hektischen Schlussminuten dann bravourös die Nerven.

TV Rheinbach M 1883 - VfB Homberg 27:27 (17:15): „Diesmal hat die Einstellung über die gesamte Spielzeit gestimmt. Wir haben von Beginn an Vollgas gegeben und auch bei Rückständen nicht den Kopf verloren. Daher ist der späte Ausgleich verdient. Wir haben einen Punkt gewonnen“, war RTV-Trainer Karsten Bohmann-Hesse mit dem Unentschieden vollauf zufrieden. Der RTV hatte mit drei Kontertoren zum 3:0 nach 90 Sekunden einen Start nach Maß, sodass VfB-Trainer Achim Schürmann schon in der zweiten Minute eine Auszeit nahm. Bis zum 6:2 (5.) dominierte weiterhin der konzentriert aufspielende RTV die Partie. Doch dann setzten die Homberger ihre massive körperliche Überlegenheit ziemlich robust ein und verkürzten auf 7:8 (13.).

In der Folgezeit verloren die von der Härte geschockten Rheinbacher ihre spielerische Linie, schlossen viel zu überhastet ab und waren auch in der Abwehr zu passiv. Homberg setzte sich auf 14:11 (21.) ab. Daraufhin stellte Bohmann-Hesse die Rheinbacher Abwehr auf ein offensiveres 5:1-System um. René Lönenbach gelang ein lupenreiner Hattrick zum 14:14 (23.). Im offenen Schlagabtausch erspielte sich der RTV noch eine 17:15-Führung zur Pause.

Nach dem Wechsel erhöhte der RTV zwar auf 18:15 (31.), doch mit zunehmender Spielzeit bekamen die körperlich klar unterlegenen Rheinbacher im Angriff immer größere Probleme, sodass sich der VfB mit einem 6:1-Lauf auf 24:21 (50.) absetzte. In Unterzahl fand der RTV in den Kampfmodus und glich, gestützt auf den in dieser Phase mehrfach stark reagierenden Torwart Niklas Funke, zum 25:25 (56.) aus. Danach gerieten die Rheinbacher aber durch einen Doppelschlag des Hombergers Andreas Wink 90 Sekunden vor Schluss 25:27 in Rückstand. Im Gegenzug verkürzte der stark aufspielende Rechtsaußen Robin Dick zum 26:27, und die Rheinbacher erkämpften sich eine knappe halbe Minute vor Schluss erneut den Ball. Lönenbach, der am vergangenen Spieltag einen Strafwurf in der Schlusssekunde vergeben hatte, traf mit seinem 13. Treffer an diesem Abend, einem fulminanten Kracher aus dem Rückraum, zum frenetisch bejubelten 27:27.

TV Rheinbach M 1883: Funke, Thürnau (beide Tor), Breuer, Dick (4), Dobbelstein (2), Genn (3), Hammann (1), Nicolas Kleinfeld, Lönenbach (13/2), Prell (1), Lukas Schwolow, Timm Schwolow (2), Voihs (1).

TV Korschenbroich - TSV Bonn rrh. 26:27 (15:12): „Zwar belegt Korschenbroich derzeit nur einen Abstiegsplatz, doch bei der tollen Stimmung in der Halle, die die einheimische Mannschaft mächtig unterstützt, bin ich froh, die Punkte mitgenommen zu haben“, freute sich TSV-Trainer David Röhrig über den schwer erkämpften Auswärtserfolg. Die TSV begann in der Abwehr mit einem vorgezogenen Spieler gegen den Korschenbroicher Spielmacher Mats Wolf. Eine taktische Maßnahme, die nichts brachte, da die Beueler in der ersten Halbzeit viel zu behäbig im Rückzugsverhalten waren und die meisten Gegentore durch die zweite Welle des TVK kassierten. Folglich lagen die Gäste zur Pause mit 12:15 zurück.

Röhrig stellte nach dem Wechsel die Abwehr auf ein 6:0-System um, das die Mannschaft in dieser Saison überhaupt noch nicht gespielt hatte. Der eher zufällig aufgestellte Innenblock mit Fabian Struif und Daniel Rohloff harmonisierte jedoch prächtig und sorgte für Stabilität der gesamten Abwehr. Die TSV übernahm mit 18:17 (37.) wieder die Führung und legte bis zum 26:26 (55.) immer vor. Bei Beueler Überzahl traf Simon Röhrig mit einem Gewaltwurf aus dem Rückraum gut vier Minuten vor Schluss zum 27:26-Siegtreffer. In den hektischen letzten Minuten behielten die Beueler die Nerven und brachten ihre knappe Führung über die Zeit.

TSV Bonn rrh.: Meissenburg, Rieder (beide Tor), Benninghoff-Lühl (6), Bohrmann, Bullerjahn (5/1), Fischer (1), Ghussen (2), Krohn (2), Palmen (4), Simon Röhrig (6/2), Rohloff (1), Struif.

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