Höchster Saisonsieg: Kölner Haie schlagen Augsburger Panther mit 6:1

Höchster Saisonsieg : Kölner Haie schlagen Augsburger Panther mit 6:1

Nach neun zähen Heimspielen überzeugten die Kölner Haie gegen die Augsburger Panther mit einem mitreißenden Spiel. Das 6:1 brachte ihnen den höchsten Saisonsieg und Platz sechs der Tabelle ein.

Die Kölner Haie und die LanxessArena, das erinnerte in dieser Saison bislang eher an eine Zweckgemeinschaft. Vier zähe, hart erkämpfte Siege und fünf bittere Niederlage hatten die beiden Partner ihren treuen Zuschauern in neun Heimspielen geboten. Leichtigkeit, Unterhaltung und Begeisterung? Fehlanzeige. Nach zuletzt zwei Siegen und einer schöpferischen Länderspiel-Pause stillten die Kölner am Mittwochabend im zehnten Anlauf als Gastgeber endlich das Bedürfnis nach einem überzeugenden, mitreißenden Auftritt. Das 6:1 (2:0, 4:0, 0:1) gegen den Tabellenfünften Augsburger Panther war nicht nur der höchste Saisonsieg, sondern ließ das Team von Trainer Peter Draisaitl auch auf Platz sechs des Klassements der Deutschen Eishockey Liga (DEL) springen.

So schnell kann es im Sport gehen. Es ist gerade einmal zwei Wochen her, dass die Haie durch die 2:3-Heimpleite gegen Krefeld die sportliche Krise ausrufen mussten. Die Verantwortlichen antworteten mit der nötigen Ruhe und setzen auf Zusammenhalt, anstatt in hektische Betriebsamkeit zu verfallen. Das zahlte sich in Wolfsburg und Bremerhaven aus. Die beiden Siege vor der zehntägigen Pause gaben den Haien neues Selbstvertrauen und Schwung, den sie mit in die Partie gegen Augsburg nahmen. Ein Team, gegen dass die Kölner in dieser Spielzeit schon zweimal den Kürzeren gezogen hatten.

Vor nur 7538 Zuschauer dauerte es aber keine drei Minuten, bis sich das Duell diesmal in Richtung der Haie bewegte. Nesthäkchen Lucas Dumont setzte das erste Zeichen. Mike Zalewski war konsequent vor den Augsburger Kasten gekreuzt und an Goalie Olivier Roy vorbei, schloss aber so inkonsequent ab, dass die Scheibe parallel zur Torlinie aus der Gefahrenzone zu rutschen drohte. AEV-Verteidiger Simon Sezemsky machte sie mit einem Stockfehler aber wieder scharf, so dass Dumont einnetzen konnte. Für den 21-Jährigen war es bereits der dritte Saisontreffer – zu diesem Zeitpunkt mehr als die etablierten Ryan Jones, Kai Hospelt und Zalewski zusammen. Diesen Vorsprung verteidigten die Hausherren dann erst einmal, um in ihrem ersten Powerplay zu erhöhen. Fabio Pfohl zog erst die Strafe und fand dann in Überzahl Ben Hanowski, der sich vor Roy drehte und den Keeper im Nachschuss zum 2:0 überwand (18.).

Das erste Drittel endete mit einer Spieldauer-Disziplinstrafe gegen Augsburgs Adam Payerl, der einen unkorrekten Check gegen Sebastian Uvira gesetzt hatte. Die fünf Minuten Unterzahl mussten die Gäste teuer bezahlen, weil der KEC mit einem Mann mehr richtig gierig war. Zwei schöne Vorlagen von Hospelt für Jones (23.) und Hanowski (24.) und es stand 4:0. Als Alexander Oblinger mit seinem Premierentreffer im KEC-Trikot und dem schönsten Tor des Abends auf 5:0 erhöhte (25.), hatten die Haie die Partie gegen die zweitbeste DEL-Defensive innerhalb von nur 153 Sekunden entschieden. Für Olivier Roy war der triste Abend beendet. Markus Keller löste ihn ab. Das hinderte Morgan Ellis nicht daran, die bislang etwas maue Überzahlquote seiner Mannschaft mit dem 6:0 weiter nach oben zu treiben (34.). Alles passte. Nur ein Kölner dürfte an diesem schönen Abend nicht so erfreut gewesen sein. Armin Veh, Sportchef des Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln verließ zu Beginn des Schlussdrittels mit Geschäfstführer-Kollege Alexander Wehrle vorzeitig die Arena. Die sechs Haie-Treffer gegen den Club aus seiner Geburtsstadt Augsburg hatten Veh wohl gereicht. So verpasste er das einzige Panther-Tor durch Ex-Hai Daniel Schmölz (49.) und den Schluss-Jubel der begeisterten Zuschauer.

Köln: Wesslau; Müller, Ellis; Potter, Zerressen; Sulzer, Tiffels; Jones, Genoway, Schütz; Akeson, Pfohl, Hanowski; Uvira, Zalewski, Dumont; Madaisky, Hospelt, Oblinger. – SR.: Schukies/Schrader. – Zuschauer: 7538. – Tore: 1:0 Dumont (2:22/Zalewski, Uvira), 2:0 Hanowski (17:05/Pfohl, PP1), 3:0 Jones (22:06/Hospelt, Genoway, PP1), 4:0 Hanowski (23:47/Hospelt, Müller, PP1), 5:0 Oblinger (24:49), 6:0 Ellis (33:49/Pfohl, PP1), 6:1 Schmölz (48:31/PP1). – Strafzeiten: Köln 8; Augsburg 19 + Spieldauer Payerl (19:53).

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