Erster Sieg im zweiten Spiel: Kölner Haie gewinnen 6:2 in Bremerhaven

Erster Sieg im zweiten Spiel : Kölner Haie gewinnen 6:2 in Bremerhaven

Die Kölner Haie haben ihr zweites Saisonspiel mit 6:2 in Bremerhaven gewonnen. Grund für den Sieg war vor allem ein grandioses Schlussdrittel.

Die Eisarena Bremerhaven ist der perfekte Gradmesser. Gerade für die neuen Werte der Kölner Haie. Wer beim ewigen Außenseiter in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) anzutreten hat, muss vor allem Leidenschaft, Willen und Emotionen im Gepäck haben, wenn er Punkte mit nach Hause nehmen möchte. Die Haie, die in der Vergangenheit schon so ihre negativen Erfahrungen mit den Fishtown Penguins machen durften, bestanden am Sonntagabend den Stresstest mit Bravour. Nach der 4:5-Auftaktniederlage am Freitagabend Zuhause gegen die Augsburg Panther gewann das Team von Trainer Peter Draisaitl dank eines grandiosen Schlussdrittels und der überragenden zweifachen Torschützen Colby Genoway und Fabio Pfohl mit 6:2 (0:0, 1:2, 5:0).

Peter Draisaitl hatte seine Team im Vergleich zu Freitag nur auf einer Position verändert. Verteidiger Alexander Sulzer blieb angeschlagen in Köln, dafür rutsche Austin Madaisky als siebter Verteidiger in die Aufstellung. Der KEC war zunächst darum bemüht, defensiv stabil zu stehen. Eine Folge aus dem Augsburg-Spiel, als die Haie nach dem ersten Drittel 0:3 zurücklagen. In Bremerhaven stand es nach 20 Minuten 0:0, weil Kölns Goalie Gustaf Wesslau bei den rar gesäten Chancen der Hausherren auf dem Posten war und seine Vorderleute offensiv nur wenig zustande brachten.

Als Sebastian Uvira dann einen Schuss von Pascal Zerressen zur Haie-Führung unterbrachte (23.), lief eigentlich alles für die Gäste. Doch der Treffer brachte eher Bremerhaven in Wallung. Die Kölner wussten sich nur mit Fouls zu helfen und kassierten in Unterzahl zwei Treffer. Carson McMillan (30.) und Jan Urbas (35.). sorgten dafür, dass die Pinguins nach Drittel zwei verdient mit 2:1 führten.

„Unser Trainer war mit unseren ersten 40 Minuten nicht einverstanden. Da schaut man in den Spiegel und dann kommt eben solch ein Drittel dabei heraus“, erklärte Colby Genoway die Haie-Show in den letzten 20 Minuten des Spiels. Der 34-jährige Neuzugang aus Bratislava zeichnete höchstpersönlich für die Wende verantwortlich. Erst traf der Kanadier in Überzahl zum 2:2 (42.). Nur 74 Sekunden später ließ der Center auf Vorlage von Steve Pinizzotto einen zweiten Treffer zum 3:2 folgen. Zwei Tore, die Bremerhaven und die mit 4435 Zuschauern fast ausverkaufte Arena nachhaltig beeindruckten. So nutzte Haie-Youngster Lucas Dumont einen Abwehrfehler der Pinguins zu seinem zweiten DEL-Tor (48.).

Die Haie traten im Schlussdrittel auch wesentlich aggressiver auf und zwangen die Gastgeber so zu Fehlern. Und sie hatten neben einem souveränen Gustaf Wesslau im Tor mit Fabio Pfohl auch den besten Spieler auf dem Eis. Der Neuzugang aus Wolfsburg war schon gegen Augsburg stärkster Kölner gewesen und reihte nahtlos seine nächste Perfomance an. Eine Leistung, die er am Ende mit zwei eigenen Treffern krönte. Erst überraschte er Bremerhavens Torhüter Jaroslav Hübl mit einem Schuss ins kurze Eck (51.), dann vollendete er eine Kombination seiner Reihe mit Ben Hanowski und Felix Schütz noch zum 6:2 ((57.).

Das Lob für den bei den Junghaien ausgebildeten 22-Jährigen kam von höchster Stelle: „Wenn ich mir einen Spieler von den Haien für die Edmonton Oilers aussuchen dürfte, dann würde ich Fabio nehmen. Er denkt Eishockey auf einem anderen Level“, adelte Leon Draisaitl Pfohl bei Sport1. Und der in Köln geborene Sohn des KEC-Trainers muss es wissen. Er gehört in Edmonton zu den absoluten NHL-Stars.

Köln: Wesslau; Müller, Ellis; Viklund, Tiffels; Potter, Zerressen; Madaisky; Pinizzotto, Genoway, Akeson; Hanowski, Pfohl, Schütz; Uvira, Zalewski, Jones; Dumont, Hospelt, Oblinger. – SR.: Howard/Iwert. – Zuschauer: 4435. – Tore: 0:1 Uvira (22:04/Zerressen, Potter), 1:1 McMillan (29:01/PP1), 2:1 Urban (34:04/PP2), 2:2 Genoway (41:03/Pfohl, PP1), 2:3 Genoway (42:17/Pinizzotto), 2:4 Dumont (47:32/Akeson, Potter), 2:5 Pfohl (50:59/Potter), 2:6 Pfohl (56:21/Schütz, Hanowski. – Strafminuten: Bremerhaven 6; Köln 12.

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