2:1-Auswärtssieg

Kölner Haie gelingt Befreiungsschlag in Nürnberg

Auf der Suche nach seinem ersten Playoff-Tor für die Haie befindet sich Ben Hanowski (links).

(Archiv)

Nürnberg. Die Kölner Haie haben ihren Abwärtstrend und damit auch den Aufwärtstrend der Nürnberg Ice Tigers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gestoppt.

Ein Doppelschlag von Sebastian Uvira und Jason Akeson innerhalb von nur 17 Sekunden bescherte dem KEC nach drei Niederlagen mit einem Torverhältnis von 5:15 einen 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)-Auswärtssieg. Es war im dritten Saisonduell der dritte Sieg der Haie gegen die Eistiger, die zuvor dreimal in Folge gewonnen hatte.

Haie-Trainer Peter Draisaitl konnte sich zunächst über die Rückkehr des zuletzt verletzten Stürmers Ben Hanowski freuen. Aber nicht so richtig, denn die Kölner mussten dafür Fabio Pfohl ersetzen. Der Center blieb krank draußen und die Haie waren eines ihrer gefährlichsten Angreifer beraubt. Draisaitl hatte aber ohnehin nach 15 Gegentoren in den jüngsten drei Partien erst einmal gefordert „die Blutung zu stoppen“. Entsprechend defensiv hatte er seine Truppe eingestellt. Es ging immerhin gegen das aktuell heißeste Team der Liga. 29 Tore erzielten die Nürnberger bei ihren letzten fünf Auftritten. Mit viel Laufarbeit und beherzter Zweikampfführung gelang es den Haien zunächst auch die Forderung ihres Coaches umzusetzen und die Franken weitgehend von ihrem Tor fernzuhalten. Mut machte den Gästen zudem, dass sie ihre erste Strafe gegen Felix Schütz (4.) schadlos überstanden. Das Unterzahlspiel gehört aktuell zu den größten Baustellen der Haie. Bei einem Mann weniger haben sie die meisten Gegentreffer aller DEL-Teams kassiert.

Die gute Defensivarbeit der Kölner ging allerdings zu Lasten der Offensive. Lediglich eine halbwegs brauchbare Doppelchance von Hanowski sprang bei den Bemühungen heraus (9.). Da auch die Eistiger nicht wirklich in gute Abschlusspositionen kamen, sah im ersten Drittel alles nach einem 0:0 aus. Ausgerechnet der sonst so zuverlässige Gustaf Wesslau bereitete der Torlosigkeit aber ein Ende. Dem Schweden im Tor der Haie glitte ein eigentlich harmloser Versuch von Jason Bast irgendwie aus der Fanghand und am kurzen Pfosten zum 1:0 über die Linie (17.). Weil Will Acton elf Sekunden vor Drittelende nur die Latte traf, blieb es bei dem einem Tor.

Der Gegentreffer war unnötig, brachte die Kölner aber nicht aus dem Konzept. Sie verteidigten auch im zweiten Abschnitt aufmerksam und mit der nötigen Leidenschaft. Sie hielten auch ihre Unterzahlquote bei 100 Prozent. Selbst als Freddy Tiffels und Hanowski auf die Strafbank mussten und Nürnberg für 1:36 Minuten in doppelter Überzahl ran durfte (26.). Wesslau rettete zweimal großartig gegen Dane Fox und Daniel Weiß. Seinen Fehler machte er damit nicht gut, er hielt sein Team aber im Spiel. Nach vorne ging bei den Haien allerdings weiter wenig. Die einzige Chance hatte Lucas Dumont, der allein vor Niklas Treutle so ungenau abschloss, dass der Nürnberger Keeper problemlos klären konnte (38.).

Bei einem Spielstand von 0:1 ist es ein Problem, wenn es offensiv nicht läuft. Um zu punkten, mussten die Haie zumindest einmal treffen. Sie taten sich in den ersten zehn Minuten des Schlussdrittels aber weiter schwer. Auch, weil die Hausherren die Mehrzahl an Bullys für sich entschieden, stark verteidigten und keine Strafen zogen.

Treutle musste erst eingreifen, als Freddy Tiffels ihn mit einem Schuss prüfte (50.). Eine Chance, die den Kölnern Mut gab. Und wie: Felix Schütz spielte Sebastian Uvira frei. Der Haie-Stürmer umkurvte Treutle und schob zum 1:1 ein (53.) – sein neunter Saisontreffer. Da wollte Jason Akeson nicht nachstehen und traf ebenfalls zum neunten Mal. Bei angezeigter Strafe für Nürnberg setzte der KEC-Topscorer die Scheibe gegen Treutles Schlittschuh, von wo aus sie zum 1:2 ins Netz rutschte. Gerade einmal 17 Sekunden waren nach dem 1:1 vergangen (54.). Die Kölner überstanden danach auch ihre vierte Strafe und dürfen sich nun mit diesem wichtigen Sieg im Rücken auf das „kleine“ rheinische Derby am Sonntag (14 Uhr, Lanxess Arena) gegen Krefeld freuen.

Köln: Wesslau; Potter, Gnyp; Madaisky, D. Tiffels; Ellis, Zerressen; Genoway, F. Tiffels, Akeson; Hanowski, Zalewski, Schütz; Uvira, Hospelt, Jones; Dumont, Köhler, Oblinger. – SR.: Rantala/Schukies. – Zuschauer: 5813. – Tore: 1:0 Bast (16:57), 1:1 Uvira (52:53/Schütz Zerressen), 1:2 Akeson (53:10/Zalewski). – Strafminuten: Köln 8.