Nach Derbyniederlage in Düsseldorf: Kölner Haie gewinnen gegen Berlin

Nach Derbyniederlage in Düsseldorf : Kölner Haie gewinnen gegen Berlin

Am Ende eines turbulente Finishs siegten die Kölner Haie am Sonntagabend in der Lanxess Arena mit 3:2 gegen Berlin. Der Erfolg entschädigt gegen die Derby-Niederlage in Düsseldorf.

In der Lanxess Arena waren die Schlussminuten angebrochen. Die Unruhe im weiten Rund war deutlich zu spüren gewesen, als dann doch noch das geschah, an das fast niemand mehr geglaubt hatte. Die Kölner Haie hatten gerade voller Verzweiflung ihren nun schon neunten Versuch gestartet, in Überzahl zu einem Torerfolg zu kommen, da gelangte die Scheibe zu Morgan Ellis. Und dann tat der Offensiv-Verteidiger des KEC etwas, was er in dieser Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga bislang viel zu selten und obendrein auch noch erfolglos versucht hatte. Er holte an der blauen Linie zu einem Schlagschuss aus. Und traf. Das erste Saisontor des wegen fehlender Offensivgefahr bereits in die Kritik geratenen Neuzugangs hatte die Haie fünf Minuten vor Ultimo mit 2:1 in Führung gebracht.

Am Ende eines turbulenten Finishs stand ein 3:2 (0:1, 1:0, 2:1)-Erfolg, der die Kölner für die Derby-Niederlage in Düsseldorf entschädigte, Peter Draisaitl aber einige Nerven kostete. „Eigentlich hätten wir schon nach dem zweiten Drittel deutlich führen müssen. Doch wir haben zu wenig Kapital aus unseren Bemühungen geschlagen und deshalb viel für drei verdiente Punkte investieren müssen“, sagte der Kölner Trainer. Seine Mannschaft hatte früh damit begonnen, vor dem gegnerischen Tor die nötige Konsequenz vermissen zu lassen. Lucas Dumont, der einen Alleingang über das Quergestänge setzte (2.), Steven Pinizzotto aus kurzer Distanz (3.) sowie Ben Hanowski mit einem Solo in Überzahl (7.) vergaben allesamt die Chance auf eine schnelle Führung.

Die Hauptstädter machten dagegen aus wenig mehr. Sean Backman hielt beim ersten Berliner Powerplay seinen Schläger in einen Schuss von Micki DuPont und fälschte unhaltbar für Gustaf Wesslau ab (12.). Spätestens als die Kölner gegen Ende des ersten Drittels in einer fast zweiminütigen doppelten Überzahl keine einzige klare Möglichkeit zustande brachten, deutete sich an, dass das Thema Powerplay noch ein großes werden könnte in diesem Spiel. Doch zu Beginn des zweiten Abschnitts glichen die Haie erst einmal aus. Nachdem Jason Akeson zwei Berliner Verteidiger geschickt auf sich gezogen hatte, versuchte es Hanowski einfach mal mit einem Schuss ins kurze Eck – und überraschte Kevin Poulin, der die Scheibe am Schoner vorbei ins Netz passieren ließ. Danach rissen die Kölner die Partie nahezu komplett an sich und erspielten sich Chance um Chance.

Die beste im zweiten Drittel vergab Angreifer Sebastian Uvira, der Poulin frei vor dem Tor ausspielen wollte, aber zu lange zögerte. Berlins Goalie lenkte den Puck reflexartig über den Querbalken (26.) und rettete seine Vorderleute im Anschluss mit weiteren, teils spektakulären, Paraden in den Schlussabschnitt. Dort feuerte Akeson – natürlich in Überzahl – einen Schlagschuss zunächst ans Gebälk (46.). Und dann begann das Spektakel. Ellis‘ Führungstreffer im Powerplay (55.) sorgte für Jubelschreie der etwas mehr als 10000 Zuschauer, die jedoch schlagartig wieder verstummten, als die Eisbären nur drei Minuten später – ebenfalls bei einem Mann mehr – durch Louis-Marc Aubry zum 2:2 gleichzogen. 28 Sekunden später verwandelte Steven Pinizzotto die Arena dann erneut in ein Tollhaus, indem er einen Schuss von Pascal Zerressen zum Sieg ins Berliner Tor lenkte. Das „Trömmelche“ durfte erklingen und die Ehrenrunde gefahren werden.

Köln: Wesslau; Ellis, Müller; Sulzer, Viklund; Potter, Zerressen; D. Tiffels; Akeson, Schütz, Hanowski; Dumont, Zalewski, Jones; Pinizzotto, Hospelt, Uvira; Madaisky, Oblinger, Köhler. – SR.: Köttstorfer/Schütz. – Zuschauer: 10088. – Tore: 0:1 Backman (11:19/PP1), 1:1 Hanowski (22:07/Akeson), 2:1 Ellis (54:05/Hospelt/PP1), 2:2 Aubry (57:01/PP1) 3:2 Pinizzotto (57:29/Hospelt). – Strafminuten: Köln 12; Berlin 20.