Bornheim: Standort der Förderschule ist gesichert

Standort in Uedorf gesichert : Bornheimer Verbundsschule hat wieder genügend Schüler

Nach fünf Jahren lösen die Förderschulen in Bornheim-Uedorf und Königswinter-Niederdollendorf ihre Zusammenarbeit auf. Damals mussten sie ihre Einrichtungen zusammenlegen, da sie nicht auf die geforderte Mindestanzahl an Schülern kamen.

Wo normalerweise Paare den Bund fürs Leben schließen, wurde im November 2014 die Partnerschaft zweier Schulen besiegelt: Im Trauzimmer des Bornheimer Rathauses unterzeichneten die Städte Bornheim und Königswinter eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zum Zusammenschluss der Verbundschule Bornheim-Uedorf und der Drachenfelsschule in Königswinter-Niederdollendorf. Wirklich romantisch war der Hintergrund der Kooperation nicht. Nur durch die Zusammenlegung kamen die beiden Standorte auf eine gemeinsame Schülerzahl, die der damals geltenden Mindestgrößenverordnung der rot-grünen Landesregierung von 144 Schülern genügte. Andernfalls hätte die Schließung der Schulen gedroht.

Nun sind die Tage der lebensrettenden "Zweckehe" gezählt: Einstimmig empfahl der Bornheimer Ausschuss für Schule, Soziales und demographischen Wandel dem Rat, die öffentlich-rechtliche Vereinbarung der Städte Bornheim und Königswinter aufzuheben. "Aufgrund der steigenden Schülerzahlen an beiden Standorten und durch Änderung der Mindestgrößenverordnung auf 112 Schülerinnen und Schüler ist es möglich, dass beide Standorte künftig wieder die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und somit jeder Schulstandort selbstständig fortgeführt werden kann", lautete die Begründung der Stadtverwaltung.

"Beide Schulen konnten durch die Maßnahme erhalten werden", fasste Arnd Kuhn (Grüne) zusammen. Der besondere Dank von Politik und Verwaltung galt Schulleiterin Franziska Föhmer. Sie hatte viele Jahre die Drachenfelsschule geleitet, bevor sie 2014 die Leitung beider Schulen übernahm - was Pendeln zwischen den Standorten bedeutete. Auch dieser Aspekt war für die Auflösung der Kooperation relevant: Föhmer geht zum Ende des Schuljahrs 2019/2020 in Pension; die Bornheimer Verwaltung schätzte es als schwierig ein, im Falle einer weiteren Kooperation einen Nachfolger zu finden, der diesen Spagat auf sich nimmt.

"Können wir sicher sein, dass wir auch in Zukunft genügend Schüler haben werden, um die Förderschule in Uedorf eigenständig zu erhalten?", wollte Kuhn wissen. Im Moment sei die Schule mit 166 Schüler sogar überbelegt, erklärte Bornheims Beigeordnete Alice von Bülow. "Wir denken, dass wir den Standort aufgrund der steigenden Schülerzahlen als gesichert ansehen können." Was die Zukunft bringe sei dennoch immer "Glaskugellesen", ergänzte Föhmer. Die Entwicklung sei deutlich, aber man wisse nicht, wie sich eine zukünftige Landesregierung positioniere. Mit Blick auf die derzeitigen Bemühungen, in Rheinbach wieder eine Förderschule einzurichten, erklärte sie, dass dies kaum Auswirkungen auf die Schülerzahlen der Uedorfer Verbundschule haben werde.

Auf die Frage nach der Ausstattung der Schule berichte Föhmer, dass es viele Notbehelfe gebe. "Die OGS-Kinder essen in der Aula, und Therapeuten haben keinen eigenen Raum mehr", nannte sie Beispiele. "Selbst wenn man die Schülerzahl auf 135 deckeln würde, hätten wir zwei Räume zu wenig." Wie Schulamtsleiter Willi Over erklärte, sei die Verwaltung dabei, Raumkonzepte zu entwickeln.

Nach Angaben der Stadt Bornheim haben die Bezirksregierung Köln sowie der Rhein-Sieg-Kreis als zuständige Schulaufsichtsbehörden bei einem Gespräch keine Bedenken zur Eigenständigkeit der beiden Schulen geäußert. Die Schulkonferenz steht dem Vorhaben ebenfalls positiv gegenüber. Der Bornheimer Stadtrat muss das Votum des Schulausschusses am Donnerstag, 26. September (18 Uhr, Ratssaal) noch bestätigen. In Königswinter wird das Thema am Mittwoch, 18. September, im dortigen Schulausschuss und dann am Montag, 30. September, auf der Tagesordnung stehen.

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