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„No Body is perfect“ auf Sat.1: Stephanie Hofmann aus Niederkassel ist Kandidatin

Sendung auf Sat.1 : Niederkasselerin nimmt an TV-Show „No Body is perfect“ teil

Stephanie Hofmann aus Niederkassel-Mondorf ist Kandidatin bei einer Show rund um nicht perfekte Körper. Ab Montag ist sie bei „No Body is perfect“ auf Sat.1 im Fernsehen zu sehen.

Stephanie Hofmann ist nervös, das gibt sie offen zu. Denn sie weiß nicht, wie das Material, das in vier Tagen auf der griechischen Insel Mykonos entstanden ist, am Ende zusammengeschnitten und präsentiert wird. Für sie als Teilnehmerin des neuen TV-Formats von „No Body is perfect“ (auf deutsch: kein Körper ist perfekt) geht es um einiges.

Wie werden die Niederkasseler auf das gewagte Experiment reagieren und wie wird es ihrem 13-jährigen Sohn in der Schule ergehen? Viele Fragen beschäftigen die 47-Jährige derzeit und dennoch ist sie sich bei einem sicher: „Ich würde das Experiment jederzeit wieder machen.“ Stephanie Hofmann wusste, dass es bei dem Reality-Format um ein neues Körpergefühl gehen soll. Davon träumte sie schon lange, denn akzeptieren, wie sie nun mal aussah, das konnte Stephanie nicht und hüllte sich deshalb in weite und wallende Kleidung.

47-Jährige leidet an Lipödem-Erkrankung

Sie leidet seit ihrer Pubertät an der Lipödem-Erkrankung an Armen und Beine. Bis zur richtigen Diagnose 2013 brachte sie eine wahre Odyssee hinter sich. Mit unsensiblen Ärzten und spöttischen Bemerkungen ihrer Mitmenschen musste sie nach eigener Aussage fertig werden. 108 Kilo bei einer Größe von 1,62 Metern schleppte sie im wahrsten Sinne des Wortes mit sich herum, die Schmerzen bei jeder Bewegung vergrößerten sich stetig. „2009 landete ich in einer Adipositas-Klinik, nahm in vier Wochen drei Kilogramm ab und nochmal sieben Kilogramm zu Hause.“ Dennoch, die Hosen wurden immer größer und Stephanie landete bei Konfektionsgröße 52. Viele Ärzte und falsche Behandlungen brachte sie hinter sich, bevor 2013 endlich die richtige Diagnose gestellt wurde. Operationen folgten, heute ist Stephanie schmerzfrei.

Schon länger war die Mondorferin in entsprechenden Gruppen der sozialen Medien aktiv, in einer als Administratorin und darüber wurde sie schließlich auch angesprochen, ob sie bei „No Body is perfect“ mitmachen wolle. Stephanie Hofmann erkannte eine wahrscheinlich nicht wiederkehrende Chance, diese Erkrankung einem breiteren Publikum näher zu bringen. „Mir war es sehr wichtig, die Möglichkeit zu nutzen, um über die Lipödem-Erkrankung zu sprechen, bei der weder Sport noch Diäten etwas ausrichten können“, beschreibt sie einen wichtigen Faktor, für ihre Entscheidung.

Coaches standen mit Bodypaintings vor Kandidatin

„Ich wusste, es geht nach Mykonos, wir leben in einer Villa, es gibt Coaches und es geht um körperliche Makel“, beschreibt sie die Informationen, mit denen sie ins Flugzeug Richtung Griechenland stieg. „Mich hat der Schlag getroffen, als die vier Coaches nackt mit ihren Bodypaintings vor mir standen“, erinnert sie sich an die Begegnung auf der griechischen Insel am ersten Drehtag im September. „Am ersten Abend kam ich schon ins Grübeln und fragte mich, was das soll“, gesteht die Mondorferin. Dennoch entschied sie sich zu bleiben und die Herausforderung anzunehmen.„Jede Kandidatin und jeder Kandidat ist total freiwillig dort“, betont sie immer wieder. Am Ende sei sie sehr erleichtert wieder nach Hause geflogen und hat ihre Erlebnisse in einem Tagebuch aufgeschrieben. Gelernt hat Stephanie Hofmann vieles. „Ich habe am Anfang nicht emotional reagieren können sondern war sehr statisch“, was daran liege, dass sie ihre Emotionalität über die vielen Jahre der Demütigungen verloren habe. „Die Bemerkung eines Coaches, dass ich nur mit dem Mund, nicht mit den Augen lache, hat mich richtig betroffen gemacht.“

Erste Folge auf Sat.1 am Montagabend

Aber es sei richtig, denn in dieser Stress-Situation reagiere sie zwar wie erwartet als rheinische Frohnatur, ihre Antenne sei jedoch immer auf das Geschehen um sie herum ausgerichtet und nie auf sie selbst. „Bei der ersten Begegnung mit den Coaches war mein erster Gedanke, dass ich mir nicht vorstellen könnte, jemals im Bodypainting vor Menschen zu stehen. Wir konnten uns alle nicht vorstellen, uns am Ende der Drehtage selbst auszuziehen.“ Als besonders schwierig habe sie die alltägliche Konfrontation mit dem eigenen Körper und seinen scheinbaren Unzulänglichkeiten empfunden, sagt die 47-Jährige. „Jeden Tag 20 Minuten vor dem Spiegel stehen, das war zunächst fast unerträglich“, erinnert sie sich. Das ist jedoch nur eine der Übungen, denen sich die Kandidaten in der Show stellen müssen. Für Stephanie Hofmann steht fest: „Ich liebe meinen Körper definitiv mehr als vorher, auch da, wo er nicht perfekt ist.“ Für sie sei das eine spannende Reise gewesen, die sie nicht bereue.

Besonders spannend wird es für sie nochmal am Montagabend, wenn um 20.15 Uhr auf Sat 1 die erste Folge von „No Body is perfect“ mit ihr als Kandidatin ausgestrahlt wird. „Ich kenne die Kommentare der Coaches nicht, ich weiß nicht, was die anderen Kandidaten gemacht haben und ich sehe mich selbst im Fernsehen.“ Das alles und auch die Folgen ihres Fernsehdebuts wird Stephanie Hofmann aushalten müssen – Ende offen.