Tambourcorps Siebengebirge: Nach 50 Jahren eine neue Standarte

Tambourcorps Siebengebirge : Nach 50 Jahren eine neue Standarte

Der Tambourcorps Siebengebirge hat die Fahne aus Anlass des wieder belebten Kapellenfestes eingeweiht. Vor fünf Jahren hatte das Fest zum letzten Mal stattgefunden.

Fünf Jahre lang dauerte er, der Dornröschenschlaf der Marienkapelle am Steinringer Weg in Thomasberg. So lange ist es her, dass dort – am „Strücher Dom“ – zum letzten Mal das beliebte Kapellenfest mit Heiliger Messe stattgefunden hat. Am Samstag nun wurde endlich wieder auf dem sogenannten Domplatz vor dem kleinen Gotteshaus gebetet, gesungen, gefeiert und gelacht. Der Bürgerverein Thomasberg hat die Tradition neu aufleben lassen und mit Unterstützung der Eigentümer-Familie Stockhausen, der Stadt und der Kirchengemeinde das Kapellenfest wieder auf die Beine gestellt. Anlass war die schon länger fällige, offizielle Einweihung des Teilstücks des Kapellenwanderweges von der Sophienkapelle auf der Margarethenhöhe bis zur Marienkapelle in Thomasberg.

„Ich hatte im Vorfeld ja schon ein wenig Bauchschmerzen wegen des Wetters“, verriet Bürgervereinsvorsitzender Hermann Josef Thomas. Schließlich handelte es sich ja um eine reine Open-Air-Veranstaltung. Doch die Sorgen waren unbegründet: Petrus war den Strüchern mehr als wohl gesonnen. War es fürs Wandern schon fast zu warm – weshalb sich nur rund 20 Personen an der geführten Wanderung auf dem Kapellenweg beteiligten –, wimmelte es auf dem Domplatz pünktlich zum Beginn der Messe von Menschen. Pfarrer Markus Hoitz zelebrierte gemeinsam mit Diakon Udo Casel die kirchliche Feier, deren Höhepunkt ein besonderes Ereignis war: die Segnung der neuen Standarte des Tambourcorps „Siebengebirge“ Thomasberg.

Die bisherige Fahne war 1972 zum 50-jährigen Bestehen des Corps angeschafft worden. Seitdem hatte Christian Steeg sie gehegt und gepflegt und bei Auftritten neben dem Schellenbaum voran getragen. Die neue Standarte zeigt nun nicht nur wie bisher den Tambourstab und zwei Trommeln als Zeichen für den Spielmannszug, sondern auch das Wappen der Stadt Königswinter und den goldenen Corps-Orden mit den beiden Wahrzeichen von Thomasberg, den Steinhauer und die Marien-Kapelle.

Einen besseren Ort für die Segnung der neuen Fahne als eben dieses Gotteshaus hätte es also kaum geben können – und auch keinen schöneren Rahmen, um den bisherigen Standartenträger Steeg in den Ruhestand zu verabschieden. Als sein Nachfolger durfte Georg Rödl erstmals die neue Fahne präsentieren. Wie man Standartenträger wird? „Indem man unmusikalisch ist, aber trotzdem aktiv mit dabei sein möchte“, berichtet Rödl, dessen Frau Karin Vorsitzende des Tambourcorps ist, augenzwinkernd. Finanziert wurde das neue Glanzstück des Vereins durch viel Einsatz der Aktiven sowie mit Unterstützung der Volksbank Bonn-Rhein-Sieg und privaten Spenden.