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Grundschule Oberdollendorf: Die neuen Toiletten sind (fast) fertig

Grundschule Oberdollendorf : Die neuen Toiletten sind (fast) fertig

Ein paar Kleinigkeiten müssen noch gemacht werden, eine Trennwand fehlt. Und die neuen Türen hat man aus Kostengründen noch einmal auf später verschoben. Aber die gute Nachricht: Die Toiletten an der Oberdollendorfer Grundschule sind fertig – und die Kinder benutzten sie endlich wieder gerne.

Finanziert wurden die neuen Toilettenanlagen vom Förderverein der Schule, weil die Stadt wegen leerer Kassen kein Geld für eine grundlegende Sanierung hat.

Die Koalition hat inzwischen reagiert und einen Antrag für die nächste Sitzung des Bauausschusses gestellt. Tenor: „Die Stadt soll sich angemessen an den Baukosten beteiligen“ und zweitens für die nächsten Haushaltsberatungen für 2017 ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept für die sanitären Einrichtungen an allen städtischen Schulen vorlegen.

Denn auch in anderen Bildungseinrichtungen soll es nach Informationen von CDU, FDP und Grünen zum Himmel stinken. Und weil man sich bewusst sei, dass auch Fehlverhalten der Schüler zu den Missständen beitrügen, soll dies darüber hinaus in Gesprächen mit den Schulen „erneut intensiv thematisiert werden“.

Wie berichtet, hatten sich die Eltern entschlossen, die Kompletterneuerung der rund 50 Jahre alten Anlage zu bezahlen, da die Toiletten übel rochen und viele Kinder die sanitären Anlagen gar nicht mehr nutzten und stattdessen warteten, bis sie zu Hause waren. Die Stadt hatte nur das repariert, was kaputt war. Doch obwohl die Fugen zwischen den Fließen regelmäßig gereinigt wurden – der Geruch blieb. Also öffnete der Förderverein seine durch viele Aktionen recht gut gefüllte Schatulle und warb gleichzeitig um Spenden.

„Das ist nicht ganz so gut gelaufen wie wir uns das erhofft hatten“, sagt Simone Beitz, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der GGS Oberdollendorf. Darüber, dass man die Renovierung dennoch in den Sommerferien durchgezogen hat, ist die Vorsitzende aber „sehr, sehr froh“. Denn es gibt zahlreiche positive Rückmeldungen aus der Elternschaft und von den Kindern. Und auch, wenn noch Kleinigkeiten fehlen, können die neuen Toiletten benutzt werden – „und werden es. Auch von den Kindern, die früher in der Schule gar nicht mehr auf Toilette gingen“, so Beitz.

Neben den neuen sanitären Anlagen wurde auch eine Entlüftung eingebaut, die Toiletten hängen an den Wänden und haben keinen Fuß mehr, um den man herumputzen müsste. „Natürlich“, räumt Beitz ein, „erhoffen wir uns von den neuen, schönen Anlagen auch, dass die Kinder damit pfleglicher umgehen.“ Erste Erfahrungen belegten dies. Zudem haben die Eltern in den Klassen dafür gestimmt, dass eine zusätzliche Reinigungskraft für die Mittagszeit eingestellt wird, die – freiwillig – von den Eltern bezahlt wird. Ende September soll Einweihung gefeiert werden. Und bis dahin, so hofft die Vorsitzende, hat vielleicht auch der Vorstoß der Politik etwas gebracht – und es gibt doch noch einen Zuschuss für die Maßnahme von der Stadt.

Die Stadt jedenfalls begrüßte am Donnerstag in einer offiziellen Stellungnahme den Vorstoß. „Es ist grundsätzlich gut, dass das Thema nun auf den Tisch kommt“, so Stadtsprecher Nico Graefe. „Wir hoffen natürlich, dass nun auch Gelder dafür freigegeben werden.“ Besonders schön sei es, dass das Thema grundlegend und für alle Schulen angegangen werden soll. „Denn das Thema ist an uns auch schon bei den Kinder- und Jugendforen herangetragen worden“, so Graefe.

Er wies darauf hin, dass selbstverständlich alle Toiletten in den städtischen Schulen funktionstüchtig seien, „aber eben alt“. Und manchmal geruchsintensiv. Daher sei es richtig und sinnvoll, nicht Flickschusterei zu betreiben, sondern das Thema grundlegend anzugehen.

Den Schülern in Oberdollendorf dürfte das egal sein. Sie freuen sich einfach darüber, dass es bei ihnen wieder gut riecht.