Betrügerische Anrufe in Bad Honnef: Seniorin um mehrere Tausend Euro betrogen

Betrügerische Anrufe in Bad Honnef : Seniorin um mehrere Tausend Euro betrogen

Indem sie sich als "Polizist" und "Staatsanwältin" ausgaben, konnten bislang unbekannte Täter eine 74-jährige Bad Honneferin um mehrere Tausend Euro betrügen. Da das Display ihres Telefons die Rufnummer des Anrufenden mit "0228 110" anzeigte, hatte die Seniorin den Behauptungen der Gauner glauben geschenkt.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatten die bislang unbekannten Täter in den späteren Abendstunden des 23. August bei der Seniorin in ihrer Bad Honnefer Wohnung angerufen. Ein Mann meldete sich und gab sich als "Mitarbeiter der Polizei" aus. Er gab an, man habe Erkenntnisse vorliegen, wonach es "rumänische Täter auf das Vermögen der Seniorin abgesehen hätten", da sie unter anderem auch ihre Anschrift und ihre Bank kennen würden.

Nachdem die 74-Jährige zunächst skeptisch reagierte und das erste Gespräch prompt beendete, ließ sie sich bei einem weiteren Anruf auf ein Gespräch mit den Betrügern ein, da in ihrem Display die Rufnummer des Anrufenden mit "0228 110" angezeigt wurde und sie somit glaubte, tatsächlich mit der Polizei zu sprechen. In weiteren Gesprächen, die letzten fanden in den Vormittagsstunden des 24. August statt, wurde der Seniorin schließlich empfohlen, ihr gesamtes Bargeld von den Konten abzuheben und dieses so zu "sichern".

Die 74-Jährige hob schließlich mehrere Tausend Euro ab, verstaute das Geld in einem Umschlag und übergab die gesamte Barschaft schließlich -- wie telefonisch mit dem Unbekannten vereinbart -- gegen 10 Uhr an einen "beauftragten Boten". Der Unbekannte - der zeitweise gemeinsam mit einer "Staatsanwältin" auf die Geschädigte am Telefon eingeredet hatte - sagte schließlich zu, das Bargeld nach erfolgter Prüfung in den Nachmittagsstunden wieder zurückzugeben. Nachdem sie ihr Bargeld jedoch in den Nachmittagsstunden nicht zurück erhielt, schaltete die Seniorin gegen 16.45 Uhr die Polizei ein.

Das zuständige Kriminalkommissariat 24 hat die Ermittlungen übernommen. Hinweise auf verdächtige Beobachtungen oder Feststellungen, die gegebenenfalls auch mit dem aktuellen Fall im Zusammenhang stehen könnten, nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0228/150 entgegen.

Die Beamten raten grundsätzlich, bei Anrufen von angeblichen Polizeibeamten und/oder Staatsanwälten misstrauisch zu sein, auch wenn diese vor mutmaßlichen Straftätern warnen. Vorsicht auch bei Hinweisen auf sogenanntes "Call id Spoofing" (im vorliegenden Fall mit der "0228110"), denn die Polizei ruft nie mit der Kennung "110" an und warnt auch telefonisch nicht vor möglichen bevorstehenden Einbrüchen. Bei zweifelhaften Sachverhalten sollte stets die Rückrufmöglichkeit bei der polizeilichen Leitstelle genutzt werden. Im Ernstfall kann auch der polizeiliche Notruf 110 angerufen werden.