Interview mit Felix Trimborn: "Die Asylbewerber geben der Gemeinschaft etwas zurück"

Interview mit Felix Trimborn : "Die Asylbewerber geben der Gemeinschaft etwas zurück"

Felix Trimborn ist Mitarbeiter des Fachdienstes Asyl bei der Bad Honnefer Stadtverwaltung. Der 48-jährige Sozialpädagoge betreut die in der Stadt lebenden Flüchtlinge.

Wie viele in Bad Honnef lebende Flüchtlinge haben, so wie Mohammad Aboughobaish und Sahar Isa, eine Beschäftigung?

Felix Trimborn: Wir haben in Bad Honnef rund 450 Flüchtlinge, die Kinder mitgezählt. Davon sind über 100 gemeinnützig beschäftigt. Viele von ihnen arbeiten auf dem Bauhof. Über 30 sind in gemeinnützigen Häusern tätig, bei Vereinen, neuerdings auch in der Stadtbibliothek. Das Asylbewerberleistungsgesetz lässt zu, dass die Kommune die Asylsuchenden, solange das Verfahren läuft, zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten kann. Ein normales Arbeitsverhältnis wäre möglich, ist aber mit einem großen Genehmigungsverfahren verbunden.

Wo liegen die Vorteile eines solchen Einsatzes?

Trimborn: Die Asylbewerber geben der Gemeinschaft etwas zurück – sie erhalten hier Unterkunft, haben eine neue Heimat. Durch den Umgang mit Deutschen bei ihrer Tätigkeit lernen sie außerdem die Sprache nebenher. Und sie dürfen den kleinen Zuverdienst eins zu eins behalten. Sie bekommen 1,05 Euro pro Stunde.

Wie finden Sie für jeden die passende Beschäftigung?

Trimborn: Wir fragen die Asylbewerber, was sie vorher gemacht haben. Mohammad Aboughobaish zum Beispiel sagte ausdrücklich, dass er in den Dienst am Menschen möchte. Es ist schön, dass dieser Einsatz im Altenheim möglich ist. Im Franziskus-Haus in Aegidienberg und im Seniorenheim in Hüngsberg sind ebenfalls Flüchtlinge tätig.

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