Stadtentwicklungskonzept in Bad Honnef: Viel Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit

Stadtentwicklungskonzept in Bad Honnef : Viel Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit

Weichen stellen für die Zukunft: Das verfolgt die Stadt mit der Entwicklung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek). Dabei öffnen sich gleichzeitig öffentliche Fördertöpfe für die Stadtentwicklung.

Weichen stellen für die Zukunft: Das verfolgt die Stadt mit der Entwicklung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek). Dabei öffnen sich gleichzeitig öffentliche Fördertöpfe für die Stadtentwicklung. Die Verwaltung hat im Entwurf eines „Rahmenkonzeptes Gesamtstadt“ 19 Leitziele formuliert sowie Handlungsfelder und -räume als Grundlage der nach der Sommerpause folgenden Diskussion skizziert. Der General-Anzeiger stellt diese in loser Folge vor. Nach Wohnraum, der Entwicklung eines Images für die touristische Vermarktung sowie der Förderung der lokalen Wirtschaft sind weitere Punkte die Aufwertung der Parks, die soziale und kulturelle Infrastruktur und die Inklusion.

Leitziel 10: Als Plus für die Lebensqualität in Bad Honnef gelten die Grünflächen und Parks. Zwar spielen städtische Parks auch eine Rolle, wenn es um das mögliche Ausweisen von Wohnbauflächen geht. Andererseits ist die „Aufwertung der öffentlichen Grünflächen, Parkanlagen und Plätze/Fußgängerbereiche“ ein Schwerpunkt im Entwurf des Rahmenkonzeptes Gesamtstadt – und das dürfte auch bei den an den Diskussionen beteiligten Bürgern so sein. Die Verwaltung skizziert als Handlungsfelder in ihrem Entwurf die Erstellung eines Grünflächenkonzeptes und Parkpflegewerks. Darin enthalten ist die Neuanlage beziehungsweise Sanierung von Anlagen.

Den Begriff „Visitenkarten“ verwendet die Verwaltung im Zusammenhang mit der Schaffung von Stadtportalen, also den Stadteingängen. „Angsträume“ seien zu beseitigen und eine Gestaltungssatzung, die auch Werbeanlagen beinhaltet, zu erstellen, die Wildwuchs unterbinden würde. Wo zu handeln ist, liegt auf der Hand: Als Handlungsräume genannt sind die Insel Grafenwerth, das Rheinufer und Teile des Stadtparks. Was die Fußgängerzonen angeht, stehen Rathaus-, Markt- und Kirchplatz ebenso auf der Agenda wie der Franz-Xaver-Trips-Platz und die obere Kirchstraße in der Innenstadt oder auch der Annaplatz, die Bereiche um die Kapellen Rhöndorf und Selhof und der Aegidiusplatz. Für Stadtportale bieten sich das Honnefer Kreuz, die Rhöndorfer Straße, das Schmelztal in Höhe Mesenholl, die Rottbitzer Straße oder auch der Fähranleger an der Rheinstraße im Lohfeld an.

Leitziel 11: Unter dem Label „Erhalt und angebotsorientierter Ausbau der sozialen und kulturellen Infrastruktur“ firmieren Handlungsfelder, die sich allesamt mit weichen Standortfaktoren umschreiben lassen – und besonders Familien betreffen, etwa indem ein Standort für eine neue Kindertagesstätte im Tal gesichert werden muss. Nicht zuletzt: Wenn Bad Honnef wachsen soll, müssen eben auch Anreize für Familien geschaffen werden.

Dasselbe gilt für die Planung auf dem Schulsektor und die Entwicklung der Ganztagsschule, für die Sport- und Veranstaltungsstätten, für ein Spielflächenkonzept für die ganze Stadt sowie die Sicherstellung von Angeboten für Senioren. Naturgemäß greifen bereits anstehende Änderungen wie der Bau der neuen Gesamtschule Sankt Josef ins Thema ein. Was die Sportstätten angeht, wäre laut Verwaltung an das Menzenberger Stadion zu denken, ebenso an den Neubau der Sporthalle Aegidienberg.

Leitziel 12: Von immenser Bedeutung ist die in Leitziel 12 formulierte „Berücksichtigung der Inklusion bei allen städtebaulichen Planungen und Maßnahmen“. Eine Arbeitsgrundlage zu diesem Thema entsteht gerade: Im Rathaus wird ein Inklusionskonzept erarbeitet, das als Leitfaden herangezogen werden soll. Auch Bauleitplanungen, die Beratung privater Bauherren und die Beachtung inklusiver Erfordernisse bei allen Hochbaumaßnahmen gehören zu den Punkten, die die Verwaltung zur Verbesserung der Lebensumstände und für die Teilhabe für Menschen mit Handicap vorstellen kann. Auch eine behindertengerechte öffentliche Toilette sucht man bislang in Bad Honnef vergeblich.

In Sachen Inklusion liegen die Versäumnisse der Vergangenheit auf der Hand, entsprechend lang ist im Entwurf des Rahmenkonzeptes die Liste der Handlungsräume. Sie reicht von den beiden (bislang noch nicht barrierefreien) Bahnhöfen der Deutschen Bahn über Bushaltestellen, Schulen und öffentliche Bereiche wie Insel und Rheinuferpark bis zur Innenstadt und zum Aegidiusplatz – viel Raum, um tätig zu werden also.

Das Konzept im Internet

Den gesamten Entwurf zum „Rahmenkonzept Gesamtstadt“ gibt es im Internet unter www.bad-honnef.de. Die Beratung in der Politik beginnt nach den Sommerferien.

Bis Ende 2016 soll das Rahmenkonzept durchdekliniert und fertig sein. Im Nachgang ist eine Vertiefung der Handlungsfelder und -räume geplant. Hierbei sind verschiedene Bürgerbeteiligungen geplant.

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