Brigitte Meyer auf der Heide: Selhoferin hilft erneut in Sri Lanka

Brigitte Meyer auf der Heide : Selhoferin hilft erneut in Sri Lanka

Die fröhlichen, singenden Kinder, die Herzlichkeit, mit der die Besucherin aus Selhof begrüßt wurde: Die Fotos und Videofilme, die Brigitte Meyer auf der Heide auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Sri-Lanka-Hilfe zeigte, rührten die Zuhörer.

Die 81-Jährige war vier Wochen lang in Sri Lanka. Der Höhepunkt ihrer Reise: die Einweihung der neuen Schule für Blinde in Hatton, einer kleinen Stadt mitten im Tee-Anbaugebiet.

"Ich bekam einen Blumenkranz, durfte das Band am Eingang durchschneiden und die große Öllampe entzünden", berichtete sie. Außerdem pflanzte sie symbolisch ein Teebäumchen.

Am Eingang der Schule hängen Fotos von ihr, von Ilse Huppertz, der Vorsitzenden der Sri-Lanka-Hilfe, von Schatzmeisterin Heléne Claudotte-Wessel sowie von Gudula Meisterjahn-Knebel, Stiftungsvorstand der "aktion weltkinderhilfe", die mit 33 000 Euro den Bau maßgeblich unterstützte und auch im ersten Jahr die monatlichen Kosten von 1500 Euro trägt.

"Wir fangen mit 18 blinden und behinderten Kindern zwischen sieben und 15 Jahren an", erzählte Brigitte Meyer auf der Heide. "Sie erfahren das erste Mal in ihrem Leben eine Förderung. Sechs speziell ausgebildete Lehrerinnen kümmern sich um sie." Zweckmäßig eingerichtet, freundlich und modern sei die Schule: Thiagarajah "Thiagu" Pattakannu, der Vertrauensmann der Sri-Lanka-Hilfe vor Ort, habe sich wieder einmal selbst übertroffen.

Beeindruckt war die Selhoferin auch von der alten Schule in Hatton mit angeschlossenem Kindergarten, die renoviert worden war und mit dem frischen Anstrich einladend aussah. Brigitte Meyer auf der Heide unterrichtete auch selbst, wie schon bei ihrer ersten Reise im vergangenen Jahr.

"Ein anstrengender und ergreifender Tag"

Sie stellte in der Schule in Hatton und in einem katholischen Konvent in Katugastota bei Kandy mit insgesamt rund 70 Mädchen und Frauen Kissenhüllen in Patchwork-Form her. Dazu hatte sie Stoff aus Deutschland mitgebracht. Und in Sri Lanka kaufte sie noch eine elektrische Nähmaschine.

Ein weiteres Erlebnis: Die Teilnahme an einem Eye-Camp. "Wir fuhren mitten ins Teepflückergebiet . . . Dort warteten etwa 250 Menschen auf uns. Allen wurden die Augen untersucht. Wenn möglich, wurden sie mit Brillen versorgt. Alles war für diese armen Leute umsonst, ein anstrengender und ergreifender Tag."

Die Bilanz

Für die neue Blindenschule sammelte die Sri-Lanka-Hilfe 55 000 Euro, davon kamen 38 000 Euro von der "aktion weltkinderhilfe". 18 Eye-Camps mit 1466 Patienten wurden 2014 durchgeführt. 885 erhielten sofort eine Lesebrille, 266 bekamen eine speziell angefertigte Brille. 7000 Euro brachte der Verein dafür auf. Mit einer Spende von 1000 Euro einer Selhoferin konnte die alte Schule renoviert werden.