Asasello-Quartett in Bad Honnef: Verführerische Harmonien

Asasello-Quartett in Bad Honnef : Verführerische Harmonien

Hochprofessionell, anders lässt sich der Auftritt nicht beschreiben. Mit seinem jüngsten Konzert im Kursaal hatte der Kulturring Bad Honnef erneut einen wahren Volltreffer gelandet.

Nicht nur empfahl sich das mit zahlreichen Preisen bedachte Asasello-Quartett als begnadeter Zusammenschluss von vier hochtalentierten Musikern - es ist zudem auch noch ein wahrhaft kosmopolitisches Ensemble.

Aus Russland, Schweiz, Polen und Finnland stammen die vier musikalischen Perfektionisten, und aus ebenso zahlreichen Quellen speist sich auch ihr Repertoire. Am Sonntagabend boten sie in anderthalb Stunden einen kleinen Ausschnitt ihres Könnens. Klassikgenuss in Reinform - gerichtet an ein anspruchsvolles Publikum.

Im 18. Jahrhundert fühlten sich Rostislav Kozhevnikov (Violine), Barbara Kuster (Violine), Justyna Sliwa (Viola) und Teemu Myöhänen (Violoncello) zu Hause: Drei Streichquartette standen auf dem Programm; je eins von Claude Debussy, Felix Mendelssohn und Peter Tschaikowsky.

Den drei Großmeistern wurden die vier Streicher mehr als gerecht: Eine sicherere, harmonischere Interpretation hätte man sich kaum wünschen können. Die Zuhörer versanken förmlich in der Musik des Trios, wurden mal sanft fortgespült vom Wogen der verführerischen Harmonien Mendelssohns, mal wild mitgerissen von den aufwühlenden Dissonanzen Debussys, um schlussendlich von einem emotionalen Tschaikowsky wieder aufgefangen zu werden.

Hoch und Tief der Gefühle mit Tschaikowsky

Die Geigen hatten an diesem Abend am meisten zu tun. Während die Bögen von Kozhevnikov und Kuster blitzschnell über die Saiten huschten, pinselten Sliwa und Myöhänen die zumeist gemächliche Grundierung. Wild und stürmisch, das konnten sie, wenn es darauf ankam, aber allesamt: Geradezu ekstatisch verlor sich das Quartett beizeiten in Mendelssohns nicht weniger stürmischem "Streichquartett in Es-Dur Nr. 1 op. 12".

Ein Gänsehaut-Garant das aufbrausende Spiel mit Dissonanz und Motiv-Zyklen in Debussys "Streichquartett in g-moll op. 10". Zum Abschluss dann das Hoch und Tief der Gefühle mit Tschaikowskys "Streichquartett in es-moll Nr. 2 op. 30" und dem von Trauer überschatteten, requiemähnlichen Grundtenor des Stücks, der im letzten Satz doch noch zu erlöster Lebensfreude umschwang.

Der Abend in einem Satz: Genau so klingt Kammermusik auf höchstem Niveau. Für anspruchsvolle Kammermusik-Gourmets ohne Zweifel ein echter Gaumenschmaus.