20.000 Besucher pro Jahr: Die Gedenkstätte in Remagen soll bleiben

20.000 Besucher pro Jahr : Die Gedenkstätte in Remagen soll bleiben

Der Stadtrat gründet einen Arbeitskreis: Ein Zukunftskonzept für das Friedensmuseum in Remagen ist sein Auftrag.

Einigkeit herrscht in der Remagener Kommunalpolitik darüber, dass es auch in Zukunft ein Friedensmuseum in den Pfeilern der ehemaligen Brücke von Remagen geben soll.

In welcher Form die Mahn- und Gedenkstätte erhalten und betrieben werden soll, darüber soll sich ein vom Stadtrat eingesetzter Arbeitskreis unter der Leitung von Bürgermeister Björn Ingendahl Gedanken machen.

Wie mehrfach berichtet, wird sich der bisherige Trägerverein „Friedensmuseum Brücke von Remagen“ nach internen Querelen auflösen. Sobald das mit der Liquidation beschäftigte Amtsgericht den Verein aus dem Vereinsregister gelöscht hat, besteht in Remagen dringender Handlungsbedarf. Denn dann steht die Stadt ohne Museumsbetreiber da. Jede Fraktion im Stadtrat soll nun ein Mitglied in den Arbeitskreis entsenden. Fachkundig Interessierte sollen den Kreis erweitern, dessen vordringliche Aufgabe es sein wird, ein Betreiberkonzept zu entwickeln. Bereits Ingendahls Vorgänger Herbert Georgi (CDU) hatte eine bessere touristische Vermarktung der Gedenkstätte angemahnt.

Rund 20.000 Besucher kommen jährlich ins Friedensmuseum

Rund 20.000 Besucher kommen jährlich in das in den linksrheinischen Brückentürmen untergebrachte Museum, das eindrucksvoll die letzten Kriegstage im Rheinland, den erbitterten Kampf um die Brücke und die historische Bedeutung der Eroberung des Bauwerkes durch die Amerikaner dokumentiert. Um vermutlich viele Monate ist der Zweite Weltkrieg verkürzt worden, da nun der westalliierte Vormarsch ungebremst und ohne nennenswertes militärisches Hindernis in das Herz des Deutschen Reichs erfolgen konnte.

Vor 38 Jahren gründete der damalige Remagener Bürgermeister Hans Peter Kürten das Friedensmuseum, wenig später wurde der Betreiberverein ins Leben gerufen. Mit 89 Jahren fühlt sich Kürten nicht mehr fit genug, um die Geschicke des mit Organisation und Dokumentation betrauten Vereins weiter zu lenken.

Gerne sähe er eine Übertragung an die Stadt – was Widerstand in der Vorstandsetage des Museumsvereins hervorrief. Insbesondere Mit-Vorstand Frank Cornely zeigte sich wenig erbaut. „Was passiert, wenn die Stadt aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten und die Kommunalaufsicht die Stadt zwingt, diese freiwillige Leistung einzustellen?“, fragt er.

Gleich zwei Vereins-Auflösungsversammlungen hat es inzwischen gegeben. Beide angeblich mit Formfehlern, so dass die Liquidierung im Vereinsregister zur zähen Angelegenheit wird, die noch immer nicht abgeschlossen ist.

„Wir wollen uns auf die Situation vorbereiten, wenn der Verein tatsächlich aufgelöst ist“, meinte Stadtchef Ingendahl in der Ratssitzung. Zu einem Stillstand, geschweige denn zu einer vorübergehenden Schließung des kleinen aber feinen Museums soll es keinesfalls kommen. Cornely: „Hauptsache für uns ist, dass der Museumsbetrieb weitergeht.“

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