Fußgänger und Radfahrer: Eine Brücke soll Remagen und Unkel verbinden

Fußgänger und Radfahrer : Eine Brücke soll Remagen und Unkel verbinden

Der Rhein soll die Stadt Remagen auf der einen und die Verbandsgemeinde Unkel auf der anderen Seite weniger trennen als in der Vergangenheit.

Verbinden statt trennen: Für die Zukunft haben die parteilosen Bürgermeister der links und rechts des Flusses liegenden Kommunen, Björn Ingendahl und Karsten Fehr, nun sogar über die Idee für eine verbindende Brücke zwischen den Köpfen der ehemaligen „Ludendorff-Brücke“ diskutiert. Eine solche Brücke für Fußgänger und Radfahrer sehen sie realistisch und schneller umsetzbar, als andere derzeit diskutierte Großbauwerke.

Anlass für das erste Treffen in Remagen boten die aktuellen Diskussionen um die Köpfe der Brücke, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Remagen mit Erpel verband. Auch die Möglichkeit einer übergreifenden Stiftung war Thema zwischen den beiden Bürgermeistern.

Hintergrund: Der Remagener Brückenkopf, der eine Gedenkstätte mit Friedensmuseum beherbergt, befindet sich seit 1981 in der Trägerschaft des Vereins „Friedensmuseum Brücke von Remagen“. Der wiederum steht vor der Auflösung. Die Erpeler Brückentürme wurden bis vor einigen Jahren zusammen mit dem Eisenbahntunnel kulturell von dem Erpeler Kunst- und Kulturkreis „ad erpelle“ bespielt. Dieses Bauwerk steht derzeit zum Verkauf.

Der frühere Erpeler Ortsbürgermeister und Vorsitzende von „ad erpelle“, Edgar Neustein, formulierte seine Position beim Treffen in Remagen so: „Es liegt auf der Hand, die beiden Brückentürme und den in unserem Eigentum stehenden Eisenbahntunnel in Erpel als Einheit zu betrachten und zu behandeln.“

Die beiden Bürgermeister waren sich einig, dass eine die Türme verbindende Brücke für Fußgänger und Radfahrer realistisch und schneller umsetzbar sei, als andere derzeit diskutierte Großbauwerke. Diese „kleine Brücke“ könnte für Touristen interessant sein und den wichtigen Austausch der Bewohner der Kommunen auf beiden Rheinseiten fördern. Ein solches Vorhaben müsse aber im Dialog mit den Bürgern und ihren politischen Vertretern beiderseits des Rheins sorgsam abgewogen werden. Bis zu einer Umsetzung müsse zudem der Fährbetrieb der „Nixe“ aufrecht erhalten bleiben.

Das Treffen und ein baldiges Folgetreffen in Unkel, bei dem auch die Chancen für eine Zusammenarbeit auf weiteren Feldern näher beleuchtet werden sollen, soll die trennende Wirkung des Flusses überwinden helfen. „Ein erster Schritt wurde bereits durch die Mitgliedschaft in der Zukunftsinitiative 'Starke Kommune – Starkes Land' getätigt“, so Ingendahl. Darin hätten sich die elf Kommunen am Rhein zwischen Koblenz und der Landesgrenze zu NRW zusammengeschlossen, um die Region mit finanzieller Unterstützung des Landes zukunftssicher zu machen. Auch der bilaterale Austausch zwischen Remagen und Unkel ist laut Ingendahl und Fehr unerlässlich: „Unsere beiden Kommunen bilden das nördliche Tor von Rheinland-Pfalz nach NRW, gelegen an Europas wichtigsten Verkehrswegen zu Wasser und auf der Schiene. Wir sehen uns vor die gleichen Aufgaben gestellt und wollen künftig die Chancen besser nutzen, die eine intensivere Zusammenarbeit bietet.“

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