Einsatz für gesunde Kinderzähne: Qualitätssiegel für die Kita Sausewind in Ramersbach

Einsatz für gesunde Kinderzähne : Qualitätssiegel für die Kita Sausewind in Ramersbach

Die Ramersbacher Kita Sausewind hat für ihre Präventionsarbeit in Sachen Zahnpflege das Qualitätssiegel der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz (LAGZ) erhalten. Da gratulierte auch das Maskottchen der LAGZ, Max Schrubbel.

Ein dickes Walross kann nicht jonglieren? Erst recht nicht mit Zahnpastatube, Putzbecher und Zahnbürste? Max Schrubbel, das Maskottchen der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz (LAGZ), schon. Klar, dass sein Konterfei mit der Aufschrift „Hand in Hand für gesunde Kinderzähne“ nun demonstrativ am Eingang der Kindertagesstätte „Sausewind“ in Ramersbach hängt. Denn was Vorbild Max Schrubbel kann, das können die 31 Kinder der Einrichtung, die Michaela Schaefer leitet, auch.

Die Verleihung des Schildes als Qualitätssiegel durch die Mitarbeiterinnen der AGZ im Landkreis Ahrweiler, Andrea Motz und Heike Lück, in Anwesenheit der Paten-Zahnärztin Steffi Beckmann, bildete die Auftakt-Veranstaltung. „Wir danken der Kita in Ramersbach, die unsere Präventionsprogramme kontinuierlich durchführt. Und wir hoffen, dass von den 67 Kitas im Kreis Ahrweiler, die wir angeschrieben haben, viele diesem Vorbild folgen werden “, so Motz. Fünf Bewerbungen liegen der AGZ derzeit vor.

Was beim „Sausewind“ in Ramersbach bereits seit Jahren praktiziert wird, soll in allen Einrichtungen etabliert werden. „Das tägliche Zähneputzen und die regelmäßige Projektarbeit, unterstützt durch unsere Paten-Zahnärztin, die zu uns kommt oder deren Praxis wir mit den Kindern besuchen, sind fest in unserem Kita-Alltag etabliert“, so Schaefer.

Die Auszeichnung spiegele als ein Qualitätsmerkmal die gesundheitsfördernden und gewohnheitsbildenden Maßnahmen im Bereich der Zahngesundheit wider. Von den fünf Bausteinen schreibt die LAGZ, die die Kosten für den Paten-Zahnarzt, aber auch für ein Set aus Zahnbürste, Zahnputzbecher und Zahncreme pro Jahr für jedes Kind übernimmt, zwei als Minimum zum Erhalt des Qualitätssiegels vor. Die Bausteine sind: Teambesprechung in der Kita, um die Präventionsmaßnahmen zu planen; Besuch mit der Handpuppe Max Schrubbel, um altersgerecht und spielerisch die Zahnputztechnik zu üben; der Praxisbesuch beim Paten-Zahnarzt; Elterninformationsveranstaltungen und das tägliche Zähneputzen nach dem Mittagessen mit den Ganztagskindern in der Kita als festes Ritual.

„Das ist die wichtigste Strategie, um allen Kindern die gleiche Chance auf Zahngesundheit zu bieten. Das Putzen stellt eine Komponente der Gesundheitsförderung, Chancengleichheit und Gewohnheitsbildung dar“, so Lück. Wie wichtig die Milchzähne sind, erläuterte Zahnärztin Beckmann im GA-Gespräch. „Die frühkindliche Karies bei Kindern unter drei Jahren liegt bei zehn bis 15 Prozent.“ Oft fehlten den Eltern die Informationen, wie schädigend beispielsweise das Dauernuckeln an Flaschen mit Süßgetränken sei.

„In Kombination mit nicht geputzten Milchzähnen wirklich fatal. Schön, dass die Kinder hier in der Kita die Zahnpflege üben dürfen. Milchzähne sind auch wichtig für die Sprachentwicklung. Wer sich nicht richtig artikulieren kann, über dessen Intellekt wird schnell geurteilt und soziale Kontakte reduziert. Und: Die Lebenserwartung der Menschen wird immer größer, die Zähne müssen länger halten“, so Beckmann.

Die Expertin plädiert für eine Chancengleichheit aller Kinder. Dazu zähle auch bei Eltern von Flüchtlingskindern die richtige Aufklärung: „Eine Familie war ein Jahr auf der Flucht und hat die Kinder mit Süßigkeiten beruhigt. Heute können wir mit unserem Bildungsauftrag dazu beitragen, dass sich das Verhalten ändert.“

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