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Tragik und Liebe auf der Sibi-Bühne

Tragik und Liebe auf der Sibi-Bühne

Honnefer Schüler führen Friedrich Schillers Drama "Kabale und Liebe" auf - Kostüme und Text versetzen die Zuschauer in längst vergangene Zeiten - Die geglückte Generalprobe verspricht schon jetzt großen Applaus

Bad Honnef. (see) Auf ein Happy End kann sich leider niemand freuen, soviel sei verraten. Dennoch erwartet die Zuschauer ein gefühlvoller Mix aus jugendlichem Schauspiel und altdeutscher Sprachkunst.

Die 25 Oberstufenschüler der Theater AG des Siebengebirgsgymnasiums haben es geschafft ein Stück einzustudieren, das vor Ausdrucksstärke und sprachlichem Feingefühl nur so strotzt. Friedrich Schillers Jugenddrama "Kabale und Liebe" feiert am kommenden Freitag Premiere auf der Aulabühne des Sibi.

Schon die Generalprobe versprach einen sicheren Beifall für die kommenden Vorstellungen. Im vergangenen Jahr durfte es eher etwas Leichteres sein. Aufgeführt wurde damals "Das Gespenst von Canterville", eine Komödie. "Wir hatten dieses Mal Lust auf einen anspruchsvollen Klassiker, auf etwas Ernstes und Tragisches", erklärt AG-Leiterin Angelika Monzel.

"Zudem war die Besetzung einfach ideal für dieses Stück, die Rollen passten perfekt." Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass einige Schüler bereits seit drei Jahren dabei sind, auch wurde zuvor ein Casting veranstaltet. Hier kam es der Regisseurin vor allem auf die sprachliche Entwicklung der Jungschauspieler an, zumal Schillers Originaltext eine wahre Herausforderung darstellt.

"Wir hatten große Probleme mit dem Text, jedoch haben wir nicht aufgegeben", so Monzel, die sich mit den Schülern auch in der Freizeit getroffen hat, um an dem Text zu feilen. "Wir mussten ihn kürzen und an einigen Stellen modernisieren", nur so könne man ein 200 Jahre altes Stück glaubhaft transportieren.

Wir schreiben das Jahr 1784. Mit "Kabale und Liebe" kreiert Schiller in der Zeit von Sturm und Drang eine Liebesgeschichte, die sich über die Standesgrenzen dieser Epoche hinweg zu bewegen versucht. Kurz zum Inhalt: Ferdinand, Sohn des Präsidenten, gespielt von Raoul Krantz, liebt die bürgerliche Luise, die Tochter des Stadtmusikus Miller, gespielt von Veronika Maus.

Ein Intrigenspiel des Präsidenten, der Lady Milford als Schwiegertochter favorisiert, sowie des von Luise verschmähten Verehrers, Haussekretär Wurm, zielt darauf ab, diese Liebesverbindung mit Gewalt aufzulösen. Durch ein unerwartetes Ende haben jedoch auch die Intriganten ein Nachsehen.

Fast schon mutig wirkt es auf den Theaterlaien, sich solch einem Bühnenstück zu widmen. Schließlich ist Schillers Sprache weder leicht verdaulich, noch einfach auswendig zu lernen.

Für die stilechte Optik hat dagegen nur eine Person gesorgt. Die Verantwortung für insgesamt elf Kostüme trägt die Schülerin Julia Apel. Mit 750 Euro vorfinanziert aus dem Fundus der Theater AG des verstorbenen Lehrers Rainer Paffrath, hat die Hobbyschneiderin innerhalb von nur drei Monaten Meisterliches vollbracht. Edle Roben und Röcke aus dem 18. Jahrhundert entwarf die Schülerin der Klasse 11 in Eigenregie, dabei suchte sie auch Muster, Schnitte und Stoffe aus.

Die Premiere läuft am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Schulaula an, weitere Vorstellungen finden am Sonntag, 6. November, sowie am Mittwoch, 9. November, jeweils um 19 Uhr statt.

Tickets kosten fünf Euro, ermäßigt drei Euro, und sind sowohl im Schulsekretariat des Sibi als auch bei der Buchhandlung Werber zu erhalten. Für spontan entschlossene Theaterbesucher empfiehlt sich ein Versuch an der Abendkasse.