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Robert Kreis zu Gast im Contra Kreis: Einmal Zwanziger und zurück

Robert Kreis zu Gast im Contra Kreis : Einmal Zwanziger und zurück

Nicht, dass es ihm an Angeboten fehlen würde, seine Biografie vorzulegen - oder etwa am passenden Stoff: "Ich habe ein bewegtes Leben", sagt Robert Kreis.

Aber darüber lässt sich der vor 66 Jahren und drei Monaten im indonesischen Bandung geborene Niederländer am liebsten auf seine Art aus - im Plauderton eines Menschen, der liebt, was er tut, aber sich selbst dabei nicht ernster nimmt, als es unbedingt sein muss. "Manche mögen's Kreis" heißt seine "Bühnografie", die am Samstag, 15. August, Premiere im Contra-Kreis-Theater feiert und dort bis zum 6. September zu sehen ist.

Wobei "sehen" der Untertreibung schlechthin gleichkommt. Der Kabarettist, Pianist und Entertainer kehrt dorthin zurück, wo er 1981 in Bonn debütierte, 1982 erneut gastierte und 1984 ein weiteres Mal reüssierte. So lange hat es tatsächlich gedauert, um sich wieder auf der halbkreisrunden Bühne einzufinden, die zu seinem pointierten Vortragsstil passt wie keine zweite: mit Gelatine im Haar, der hochgezogenen Augenbraue und dem fein gezeichneten Menjou-Bärtchen - wie die Helden aus dem Film Noir - und mit Couplets aus den Cabarets der 1920er, als Komponisten und Texter wie Willy Rosen und Otto Reutter noch Geist und Witz aufboten, um das ihnen geneigte Publikum zu unterhalten. Namen jüdischer Intellektueller, denen Robert Kreis sich verpflichtet fühlt. Sie hätten sich keinen besseren Botschafter wünschen können, auch wenn ihn zuweilen Nachwuchssorgen plagen. "Doch an wen", fragt Kreis in die Runde, "könnte ich das weitergeben?" Wobei die Messlatte in seinem Fall auch recht hoch liegt.

Ein Leben als Sohn eines ehemaligen Wiener Friseurs auf Java, als Pianist in der ersten Klasse eines Luxusliners, mit einer ebenso resoluten wie liberalen Mutter, die sich den Ambitionen und Talenten ihres Jungen nicht in den Weg stellen wollte, was ihm unter anderem ermöglichte, bei Marcel Marceau zu studieren. Darauf kann beileibe nicht jeder verweisen. Robert Kreis parliert indessen und schwelgt, erinnert sich an seinem Auftritt bei "Bio's Bahnhof" - ebenfalls 1981, der eigentlich nur drei Minuten hätte dauern sollen.

Dann wurden zwölf daraus und machten ihn bundesweit bekannt. Vielleicht würden ihn manche ohne die Attribute der Weimarer Zeit nicht auf Anhieb erkennen. Vielleicht erst, wenn er seinen Sinn für Humor sprechen lässt: "Ich bin 33 in Euro", scherzt Kreis. Kein Alter. Wirklich nicht.

15. August bis 6. September. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen