Interimsbühne: Staatenhaus als attraktivste Option für Kölner Oper

Interimsbühne : Staatenhaus als attraktivste Option für Kölner Oper

Eigentlich wollte Kölns Bühnen-Geschäftsführer Patrick Wasserbauer schon bis zum letzten Wochenende Vollzug melden. Doch noch ist der Vorschlag für das Interimsquartier der Oper nicht in trockenen Tüchern. Jetzt sind die Verhandlungen über die Interimsbühne kurz vor dem Abschluss.

"Die Verhandlungen in Sachen Staatenhaus befinden sich aber in der Finalrunde", erklärte Stadtsprecherin Inge Schürmann schon vor der gestrigen Hauptausschusssitzung. Darin erklärte Wasserbauer ebenfalls, dass man "erfolgversprechend" verhandele.

"Eine grundsätzliche Bereitschaft zum Abschluss des Mietvertrags wurde erklärt." Dieser werde in den nächsten Tagen ausgehandelt und mit detaillierter Kostenaufstellung der Politik zum Beschluss vorgelegt.

"Die hohe Attraktivität dieser Spielstätte liegt darin, dass sich dort weite Teile des von Birgit Meyer programmierten Spielplans umsetzen ließen", erklärte Wasserbauer im Ausschuss. Dies würde der Stadt Konventionalstrafen wegen abgesetzter Produktionen ersparen.

Die Immobilie am Rheinpark ist einerseits seit der Uraufführung von "Sonntag" aus Stockhausens Zyklus "Licht" (im April 2011) auch als Opernbühne eingeführt, zur Zeit aber nicht in bespielbarem Zustand.

Die Stadt muss das Gebäude vom Musicalbetreiber BB-Group GmbH zurückmieten, der klarmacht, dass er die Räumlichkeiten bei einem Abschluss nicht für andere Zwecke zur Verfügung stellen werde. Während das Schauspiel mit seinen Bühnen Depot 1 und 2 sowie Büros, Probebühnen und Lager auf dem Gelände des Mülheimer Carlswerks bleibt, ziehen die Opernintendanz sowie die Bühnenverwaltung und technische Abteilungen in eine städtische Immobilie am Laurenzplatz.

Die Kinderoper kann bis Ende des Jahres im Alten Pfandhaus spielen. Wenn der Vertrag mit dem Staatenhaus zustande kommt, können die eigentlich für den unterirdischen Kinderoper-Neubau am Offenbachplatz geplanten Produktionen dorthin umgesiedelt werden.

Teilbereiche der Operntechnik und der Chorsaal sowie einige Lager bleiben in der Umgebung des früher als Ersatzspielstätte genutzten Palladiums.

Über Alternativen muss nachgedacht werden

Nicht jeder hält das Staatenhaus für die beste Wahl. Die FDP-Fraktion stellte in ihrer Anfrage fest: "Die Herrichtung einer Spielstätte darf nicht nach dem schon überstrapazierten Motto Koste es, was es wolle' erfolgen. Deshalb scheint es dringend geboten, auch über Alternativen nachzudenken.

Dies könnte ein Spielplan nach dem Muster der ,Oper unterwegs' mit wechselnden Spielorten sein, wie er zu Beginn des Interims praktiziert wurde, eventuell in Kombination mit ein bis zwei Produktionen im Depot. CDU-Kultursprecher Ralph Elster bemängelt im Staatenhaus eine zu niedrige Zahl der Plätze, zu der sich Wasserbauer gestern nicht äußerte.