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Kommentar: Opernfusion kein Thema

Kommentar : Opernfusion kein Thema

Wärmt Jürgen Nimptsch, der Noch-Oberbürgermeister von Bonn, die Fusion zwischen Kölner und Bonner Oper noch einmal auf? Nimptsch zeigte sich schon in seiner bisherigen Amtszeit als Mann für kulturpolitische Eigentore. Ein Kommentar.

Ja, könnte es denn sein, dass der Bonner OB seine höchst umstrittene Vision einer Fusion der Kölner mit der Bonner Oper - oder umgekehrt - quasi auf der Zielgeraden seiner Amtszeit noch einmal aufwärmt? Jürgen Nimptsch, für kulturpolitische Eigentore immer der richtige Mann, wird derzeit in Presseberichten mit dem alten Thema in Verbindung gebracht.

"Jürgen kann Jürgen immer anrufen", hat Nimptsch seinem Kölner Kollegen und SPD-Parteifreund Roters ausrichten lassen, sollte der nach seiner fahrlässigen Bruchlandung mit dem Eröffnungstermin für seine sanierte Oper in Spielstätten-Nöte geraten. Eine Medien-Anfrage hatte sich ganz generell an die Stadt Bonn mit der Frage gerichtet, in wiefern die Kölner Oper denn in der Spielzeit 2015/16 auf die Bonner Oper oder das WCCB ausweichen könne.

Nimptschs Antwort: "Sollte seitens der Stadt Köln der Wunsch nach Gesprächen bestehen, stehen wir dem offen gegenüber." Das habe Nimptsch im Sinne einer "guten Nachbarschaft" angeboten, interpretierte Stadtsprecher Marc Hoffmann gestern die Worte seines Chefs. "Es ist kein Aufleben der Opernfusion geplant."

Gleichwohl orakelt die FAZ: "Die Nachbarschaftshilfe könnte einen alten Vorschlag von Nimptsch befördern und die Klinge schärfen, über die er die Bonner Oper durch eine Fusion mit Köln springen lassen möchte." Das beweist allerdings nur eines: Nicht nur in Bonn stehen Nimptschs kulturpolitische Kapriolen unter strenger Beobachtung.

Eine pikante Parallele besteht allerdings zwischen Nimptschs erstem Fusions-Ballon im November 2010, der Reprise im Mai 2012 und dem aktuellen Gesprächsangebot: Mit den handelnden Figuren, sprich den verantwortlichen Intendanten wurde vorher nicht diskutiert, ob ein solches Opernfusions-Projekt oder in diesem Fall ein Ausweichangebot von den Opernleuten überhaupt gewollt, realistisch ist und funktionieren würde.