Der Sinn des Lebens steckt in den kleinen Dingen

Der Sinn des Lebens steckt in den kleinen Dingen

Der Kabarettist Jochen Thielke begibt sich in Merten auf die Spur des Durchschnittsmenschen

Bornheim-Merten. "Ich bin mir sicher, einige werden sich morgen früh an dieses Lied erinnern", sagte der Musiker und Kabarettist Jochen Thielke und sang: "Wecker, Aufstehen, Duschen, Essen, Kaffee, Eier nicht vergessen, Sachen an, Zeitung unterm Arm, U-Bahn, Bus und noch ein Stück zu Fuß..."

Das ganz normale Leben eines Durchschnittsmenschen ist das Thema, das sich durch die Lieder und Texte des Kabarettisten zieht. Thielke erzählte am Donnerstagabend mal mit, mal ohne Musik auf Einladung des Bornheimer Kulturforums in der Mertener Hauptschule "von verschmitzten Würstchen und verträumten Leuchten" - so der Titel des Programms.

Eine Kostprobe: Auf die Frage des Friseurs, wie er die Haare geschnitten haben möchte, antwortet Herr Broxtermann, "nicht zu kurz." "Also wie immer?", fragt der Friseur zurück. "Nein", sagt Broxtermann, "Sie schneiden die Haare immer zu kurz." "Wie hätten Sie die Haare denn gerne?", fragt nun der Friseur.

"Nicht zu kurz", lautet abermals die Replik der Kunstfigur Thielkes. Mit den Geschichten über Herrn Broxtermann, Gedichten im Stile Christian Morgensterns und anderen witzig-geistvollen Erzählungen zwischen den nachdenklichen Liedern lockerte der Kabarettist sein Programm auf.

"Wo sind meine Träume geblieben?", fragt er sich in einem Lied. "Der Zahn der Zeit hat sie zunächst nur angenagt und schließlich ganz aufgefressen." Die Suche nach dem Sinn des Lebens treibt den Liedermacher um. Er findet ihn in den kleinen Glücksmomenten des Alltags, dem blauen Himmel und der kleinen Wolke, dem Lied auf den Lippen und einer Zigarette - eben in den "Oasen des Alltagsgetöses".

Die großen Dinge sind nicht seine Sache. "Kleinkunst zwischen Loriot und Reinhard Mey", kündigte der Geschäftsführer des Bornheimer Kulturforums, Ulrich Rehbann, den Kabarettisten und Liedermacher Jochen Thielke an. Der Künstler ist NDR-Hörfest-Gewinner und wurde mit den WDR-Bretterspitzen ausgezeichnet.

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