Lernen fördern: Kammermusik in Rolandseck

Lernen fördern: Kammermusik in Rolandseck

Rolandseck. Alle reden über Pisa, und die Ursachen dafür, dass immer mehr Kinder in der Schule nicht mehr mitkommen. Eine der vielfältigen Ursachen liegt in der mangelnden Sprachkompetenz vieler Kinder, denen gerade im sensiblen Alter zwischen drei und sechs Jahren eine kompetente Förderung fehlt.

Hier setzt ein Projekt des Zonta-Clubs Bonn an, der im Bahnhof Rolandseck ein Benefizkonzert zu Gunsten des von ihm initiierten Sprachförderprogramms veranstaltete. Das Publikum war gerne und zahlreich erschienen, so dass gut 8000 Euro in die Kassen des Projektes flossen.

Mit dem Bariton Miljenko Turk, der Pianistin Eleonora Reznik und der Geigerin Hannah Walter bestritten drei junge Talente das Programm. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ Hannah Walter, die - gerade einmal 16 - die zweite Violinsonate von Paul Hindemith und die Zigeunerweisen op. 20 von Pablo de Sarasate mit einer Virtuosität und Reife spielte, die einfach nur atemberaubend waren.

Man sollte sie im Auge behalten. Eleonore Reznik hingegen kam bei ihren Solo-Darbietungen - Joseph Haydns Sonate Nr. 36 und Wolfgang Amadeus Mozarts Variationen über ein Menuett von J.C. Fischer (KV 179) - über einen gediegenen Eindruck nicht hinaus.

Als Begleiterin von Hannah Walter und Miljenko Turk machte sie dagegen einen weitaus besseren Eindruck. Hier spielte sie ihre pianistischen Stärken voll aus. Turk hinterließ ebenfalls einen bleibenden Eindruck, auch wenn seine Stimme gelegentlich zur Kraftmeierei neigt.

Mit Liedern von Richard Strauß, Peter Tschaikowsky, Franceso Paolo Tosti und Francis Poulenc zeigte das Ensemblemitglied der Kölner Oper, dass ihm besonders die romantisch-pastosen Zwischentöne lagen.