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Dschungelcamp 2020: Halbzeit bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus"

„IBES“ : Endet nun die „Danni-Büchner-Show“ im Dschungelcamp?

Das Dschungelcamp geht nach einer Woche Sendezeit in die Halbzeitpause. Grund genug, mal ein paar kritische Töne zur „Danni-Büchner-Show“ bei „IBES“ loszuwerden.

So, jetzt mal runterkommen, durchschnaufen, Pause machen, inne halten. Im Dschungel ist der Halbzeitpfiff ertönt. Also, schwupps in die Kabine, bei Tee und Banänchen Luft holen – und mal Revue passieren lassen:

Krabbeltierchen, lautes Gezeter und jede Menge sinnlose Gespräche. Elf selbsternannten Promis, auf engstem Raum, unter erschwerten Bedingungen das Essen wegzunehmen – ein Fest für jeden Soziologen, nein Psychologen. „Und täglich grüßt das Dschungeltier“, möchte man bei der 16. Etappe dieser schier endlosen Tour de Fraß annehmen, und doch ist dieses Mal alles anders.

In den vergangenen Jahren hat der übertragende Sender RTL immer wieder sein goldenes Näschen bei der Zusammenstellung der Dschungel-Insassen bewiesen. Eine beeindruckende Mixtur aus abgehalfterten Stars, schlagfertigen Lästermäulern und Überraschungskandidaten, die niemand auf der Rechnung hatte, einfach weil niemand sie kannte.

Aber gerade die No-Names waren der Unterhaltungsgarant. Sei es Ms.-"Eine Fehlbildung oder so habe ich jetzt nicht, ein bisschen Bildung habe ich"-Evelyn Burdecki oder Mr.-“Ready to in the jungle“ Joey Heindle. Sympathieträger, deren geistiges Vermögen mitunter schon mal kongruent zum beruflichen Erfolg war. Das ist nicht schlimm, denn der Unterhaltungsfaktor ist umso größer und der Erfolg (die Dschungelkrone – wer will sie nicht, außer Danni Büchner) gibt ihnen recht.

Ein einfaches Rezept, das so manchen Dschungelhunger stillt. Nur haben sich die IBES-Macher in der Zutatenliste vergriffen, haben die so gruselig anmutenden, aber doch harmlosen Getiere nicht auf dem Speiseteller, sondern davor geparkt. Das Duo Elena Miras, immerhin Sommerhaus-Gewinnerin mit ungezügelter Zunge, und Danni Büchner, Malle-Auswanderin mit scharfen Krallen (und seltsam beweglicher Oberlippe), war vielversprechend, ist aber grandios gescheitert. Miras ist ungewohnt zurückhaltend und mitunter sogar angenehm, irgendwie sympathisch (???). Büchner versinkt dagegen in Selbstmitleid und geradezu schizophrenen Schauspieleinlagen.

Ihr hat das Leben tatsächlich übel mitgespielt. Aber Mitleid? Nein, nicht für den Dschungel. Nach all den Jahren Reality-TV wusste sie genau, worauf sie sich eingelassen hat. Immerhin hat Mich-hat-eine-Socke-angeleckt-Danni gute Gründe, in den Dschungel zu gehen. Nicht etwa die Krone. Iwo: „Es ist ein Versprechen an meinen Mann“, sagt sie. Er habe gewollt, dass sie in den Dschungel geht. Nun darf man sich bei aller Dramatik schon fragen, wie denn dieser Dialog ausgesehen haben mag, der zu einem solch grotesken Versprechen führt. „Schatz, versprich mir, dass du in den Dschungel gehst.“ Ernsthaft?

„Das ist die große, bunte Danni-Show. Und wir sind alle mit dabei“, kommt den Hasenohr-Liebhabern in den Sinn. Ja, leider sind wir mit dabei. Denn diese Danni-Show ist selbst für die hartgesottenen IBES-Zuschauer nicht länger zu ertragen. Die Rechnung viel Sendezeit bedeutet auch viel Aufmerksamkeit und damit viel Zuneigung geht nicht auf. Selten hat ein Kandidat für so schlechte Stimmung im Dschungel gesorgt.

Zudem ist die Beilage des Hauptgerichts fader als Bohnenwasser. RTL hat dieses Mal nicht nur No-names in den Dschungel eingeladen, es sind zu allem Überfluss auch noch vollkommen uninteressante No-Names. Der Geheimfavorit Raúl Richter kann zwar Klavier spielen, ja, auch schon länger, sonst aber nicht so wirklich viel. Zumindest nichts, was ihm Aufmerksamkeit bringt. Prince Damien glänzt höchstens über seiner linken Augenbraue und Toni Trips überzeugt allenfalls mit ihrer Kreativität bei der Auswahl des Künstlernamens – und das sind die positiven Ausreißer in diesem Jahr.

Immerhin: Die zweite Halbzeit verspricht eine deutliche Leistungssteigerung. Ab heute wählen nicht mehr die Zuschauer Danni Büchner in die Prüfung, die Stars sind dran. Andere Teilnehmer rücken in den Fokus. Vielleicht. Hoffentlich.