Kommentar zur Wunschbaumaktion: Nichts geschenkt

Kommentar zur Wunschbaumaktion : Nichts geschenkt

Nächstenliebe im Sinne von bedürftigen Mädchen und Jungen gehört offenbar nicht einmal zur Weihnachtszeit zu den Botschaften des Jobcenters, kommentiert unsere Autorin Andrea Ziech.

An die zu denken, denen es nicht so gut geht, ist zu Weihnachten eine wichtige Botschaft. Ein Zeichen dafür sind die Wunschbäume, die es mittlerweile in vielen Orten gibt. Kinder, deren Eltern ihnen zum Fest keine Wünsche erfüllen können, hängen Karten an einen Baum. Und die Mädchen und Jungen hoffen, dass anschließend jemand ihre Wünsche erfüllt.

Das Bad Honnefer Jobcenter allerdings will sich in diesem Jahr nicht an der traditionellen Wunschbaum-Aktion beteiligen. In seiner Begründung führt das Jobcenter den Datenschutz an. Das ist ganz offenbar eine vorgeschobene Begründung, schließlich haben sich Schenker und Beschenkte auch bei den vorausgegangenen Aktionen nicht kennengelernt. So blieb die Anonymität gewahrt. Mit derselben organisatorischen Unterstützung wie in der Vergangenheit hätten alle sensiblen Daten auch zu diesem Fest wieder allein beim Jobcenter bleiben können.

Sonderbar stimmt, dass das Jobcenter noch nicht einmal bereit ist, den in Frage kommenden Familien einen vorgefertigten Brief zu schicken. Das könnte man auch als Verweigerungshaltung interpretieren. Und das führt dazu, dass mehr als die Hälfte der bisher beschenkten Kinder in diesem Jahr leer ausgehen werden. Schade, denn die Bereitschaft, Wünsche zu erfüllen, ist groß bei den Menschen in Bad Honnef.

Das alles scheint die Verantwortlichen im Amt nicht zu stören. Nächstenliebe im Sinne von bedürftigen Mädchen und Jungen gehört offenbar nicht einmal zur Weihnachtszeit zu den Botschaften des Jobcenters. Schade!