Ärger im Landschaftsschutzgebiet: Wilde Müllkippen im Lausacker

Ärger im Landschaftsschutzgebiet : Wilde Müllkippen im Lausacker

Unbekannte laden immer wieder Bauschutt und Abfälle ab. Seit 20 Jahren fordern Anwohner des Landschaftsschutzgebiets in Graurheindorf eine Lösung von der Stadt.

Ein schmaler Weg führt zwischen zwei Häusern vorbei an Gärten und Kleingärten, zum nordöstlichen Teil des Lausackers, einem Landschaftsschutzgebiet. Allerdings werden die Spaziergänger dort mit einem sehr unschönen Anblick konfrontiert: Alte Teppiche, Kacheln, Plastiktüten, Farbeimer, Teile von Zäunen und Mofas, ein Stück weiter lehnt ein Spiegel an einem Baum.

Michael Moser, der seit 35 Jahren in einem Haus wohnt, das an den Lausacker grenzt, sagt: „Das war schon immer so.“ Über Jahrzehnte habe sich das Problem nicht geändert. Diesen Eindruck vermittelt auch die Recherche im GA-Archiv. 1998 berichtete der General-Anzeiger von dem Müllproblem im Lausacker. Schon 1993 hatte ein Anwohner die Stadt darauf aufmerksam gemacht. Geändert hat sich damals nichts – es fehlte an Geld. Der damalige CDU-Umweltsprecher, Wolfgang Maiwaldt, ließ nicht locker, bis die Stadt schließlich im Jahr 1999 die Müllbeseitung in Auftrag gab und ankündigte, das Problem weiterhin im Auge zu behalten.

2014 gab es erneut über Umweltverschmutzung in dem Landschaftsschutzgebiet. Wilde Partys, Ruhestörungen und sogar Brände verschlimmerten die Situation vollends. Diesmal wandte sich Maiwaldt an die Stadtreinigung Bonnorange. Sieben Mitarbeiter sammelten rund 700 Kilo Abfall, säuberten allerdings nur einen Teil des Lausackers. Bereits nach wenigen Tagen hatten Unbekannte wieder ihren Müll abgeladen.

Nach mehr als 20 Jahren fortgesetzter Verschmutzung stellt sich die Frage: Warum ist bisher nichts passiert, um das Problem dauerhaft zu beheben? Ein Grund ist, dass sich in diesem Gebiet Grünflächenamt, Bauordnungsamt sowie Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde die Verantwortung teilen. Ihnen übergeordnet ist die Stadt. Sie müsste für dauerhafte Reinigungsmaßnahmen zahlen. Zudem sind die Eigentumsverhältnisse der Grundstücke unübersichtlich, einige gehören der Stadt, andere sind privat.

Michael Moser hat sich jetzt an den CDU-Stadtverordneten für Auerberg und Graurheindorf, Jürgen Wehlus, gewandt. Dieser hört regelmäßig Beschwerden und will jetzt gemeinsam mit allen Beteiligten an einer längerfristigen Lösung arbeiten. Mit Bonnorange sei er bereits im Gespräch: „Mitarbeiter können uns aus Kostengründen nicht zur Verfügung gestellt werden. Jedoch will man uns Müllsäcke zur Verfügung stellen und die Sammlung abholen.“

Moser und weitere Pächter sind bereit, die Flächen selbst aufzuräumen. Für die Reinhaltung des Lausackers im Anschluss an die Aufräumarbeiten hat Moser auch schon einen Vorschlag. Um die Stellen zugänglicher und besser kontrollierbar zu machen, könnte ein etwa 400 Meter langer Feldweg am Ende der Birkheuserstraße von Gestrüpp befreit und geschottert werden.

Moser und Wehlus wünschen sich auch Schilder, die klar und deutlich auf die Regeln im Landschaftsschutzgebiet hinweisen. Beide haben die Hoffnung, dass sich jetzt endlich etwas ändert. Wehlus will die Idee des Schotterweges bald in die zuständigen Entscheidungsgremien bringen und auch die von ihm und Moser ins Auge gefassten privaten Aufräumarbeit sollen in nächster Zeit beginnen. Seitens der Stadt sei ihnen bereits signalisiert worden, dass sie sich weiterhin nicht in der Lage sehe, das Problem zu bewältigen.

Die anfallenden Kosten seien ein Problem, so Marc Hoffmann vom Presseamt der Stadt Bonn. „Den Müll, der auf sich auf städtischen Grundstücken befindet, lassen wir entfernen, sobald wir davon wissen, aber wir können das Landschaftsschutzgebiet nicht ständig beobachten“, erläuterte er.