Sicherheit in Bonn: Ist das Haus gut gesichert, geben die Täter schnell auf

Sicherheit in Bonn : Ist das Haus gut gesichert, geben die Täter schnell auf

Die Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Einbrechern. Am besten hilft eine Kombination aus sicherheitsbewusstem Verhalten und mechanischen Sicherungen.

Es sind die kleinen Dinge, die Einbrecher anziehen. Ein gekipptes Fenster, das für die Diebe ein leicht zu überwindendes Hindernis darstellt. Ein überquellender Briefkasten, der zeigt, dass die Hausbewohner in Urlaub sind. Oder eine Haustür, die nur einfach gesichert ist. So ist es eine Kombination aus sicherheitsbewusstem Verhalten und mechanischen Sicherungen, die Einbrecher draußen halten.

Jeder kann seine eigenen vier Wände (noch) sicherer machen – mit mechanischen Sicherungen an Fenstern und Türen, mit Alarmanlagen und Gittern. Ist das Haus gut gesichert, geben die Täter schnell auf, so die Polizei. Und rät, in Neubauten direkt geeignete Maßnahmen zu ergreifen und bei Altbauten nachzurüsten. Die Nachrüstung kostet laut Polizei zwischen 300 und 350 Euro pro Fensterflügel. Dies sei aber wichtig, da der Großteil der Täter durch die Fenster ins Haus gelangt.

Welche Firmen am besten geeignet sind, erfährt man beim Landeskriminalamt oder bei der Bonner Polizei. Dort gibt es eine Liste mit zertifizierten Unternehmen, die auch im Internet zu finden ist. Wer auf diese Liste kommen möchte, muss mehrere Voraussetzungen erfüllen: Zunächst müssen Mitarbeiter der Firmen an Lehrgängen teilnehmen und diese alle fünf Jahre auffrischen, so die Polizei. Ferner wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Außerdem müssen dem Landeskriminalamt mindestens acht Objekte genannt werden, die das Unternehmen sicherer gemacht hat – mindestens sechs davon werden überprüft.

Alarmanlagen verhindern laut Polizei keine Einbrüche, „sie melden sie nur“, so die Beamten. Dennoch erhöhen sie das Entdeckungsrisiko für Einbrecher und bieten dadurch zusätzlichen Schutz.

Darüber hinaus ist auch das Verhalten eines jeden einzelnen wichtig. Aufeinander achtzugeben, aufmerksam zu sein, ist laut Polizei das A und O. Verdächtige Personen im Haus, auf dem Nachbargrundstück oder der Straße sollten angesprochen, auffällige Autos fotografiert und das Kennzeichen notiert werden. Merken die Täter, dass jemand aufpasst und sie aus der Anonymität herausholt, sind sie schnell wieder weg, so die Erfahrung der Ermittler. Brennendes Licht, ausgeleuchtete Wege, sichere Fenster und Türen tun ihr Übriges. Denn die Täter wollen nicht gesehen werden, sie wollen schnell in das Objekt hinein und ebenso zügig wieder heraus.

Wichtig sind auch Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas beobachtet, ruft die 110. Auch Tage später können Hinweise noch hilfreich sein. Dann sind die Ermittler unter 02 28/1 50 zu erreichen.

Übrigens: In der dunklen Jahreszeit schlagen die Einbrecher meist zwischen 16 und 20 Uhr zu. Sie kommen tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist, also zur Arbeits-, Einkaufs- und Sportzeit. Wo, ist allerdings völlig unberechenbar. Genauso wenig gibt es „den“ Einbrecher. Nach Auskunft der Ermittler gibt es junge Mädchen, alte Männer und alles, was dazwischen ist. Jeder kann Täter sein – oder keiner.