Flüchtlinge in Bonn: Noch keine weiteren Zuweisungen

Flüchtlinge in Bonn : Noch keine weiteren Zuweisungen

Die Stadt stellt weitere Flüchtlingsunterkünfte fertig. Eine angemietete Gewerbehalle an der Maarstraße bietet Platz für bis zu 500 Menschen.

Die Stadt Bonn hat nach Ostern noch keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Wie Stadtsprecherin Monika Hörig dem GA auf Anfrage mitteilte, habe die für die Verteilung zuständige Bezirksregierung Arnsberg bisher keine Ankündigungen gegenüber der Verwaltung gemacht, wann mit weiteren Zuweisungen zu rechnen sei. Am Montag besucht der stellvertretende Kölner Regierungspräsident Wilhelm Steitz die Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge. „Möglicherweise ergeben sich in diesem Zusammenhang neue Erkenntnisse“, sagte Hörig.

Wie berichtet, hatte die Bezirksregierung Köln sich für einen Zuweisungsstopp bis zu den Feiertagen stark gemacht, weil Bonn sein Soll an Unterkünften erfüllt hatte. Es war auch ein Entgegenkommen, weil die Verwaltung ein Haus in der Ermekeilkaserne räumen musste, in dem sie 340 Flüchtlinge untergebracht hatte.

Dort richtet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gerade ein Ankunfts- und Registrierungszentrum ein. Nach Auskunft von Bamf-Sprecherin Edith Avram soll es Mitte April an den Start gehen: Es sei ein sogenannter Softstart geplant, das heißt Personal und Infrastruktur würden „langsam hochgefahren“.

Die Stadt hat die Zeit genutzt, um weitere Unterkünfte für Flüchtlinge fertigzustellen. An der Riemenschneiderstraße in Plittersdorf steht in einem früheren Studentenwohnheim bald Platz für 160 Bewohner zur Verfügung.

Eine ehemalige Gewerbehalle an der Maarstraße 96a in Beuel ist angemietet und wird für zunächst 100 bis 150 Flüchtlinge zur Verfügung stehen, sie könnte bis zu 500 Menschen aufnehmen. Acht Dusch- und vier Sanitärcontainer sind dort bereits angeliefert worden. Eine Bürgerversammlung führt dort am Mittwoch, 13. April, ab 19 Uhr das Deutsche Rote Kreuz durch.

Insofern stünden bei Zuweisungen Unterkünfte zur Verfügung. „Unser oberstes Ziel bleibt, so wenig Menschen wie möglich in Turnhallen unterzubringen“, sagte Sozialdezernent Martin Schumacher. „Deshalb arbeiten wir intensiv an Alternativen.“ Georg Fenninger, Chef des DRK-Kreisverbands und Geschäftsführer der CDU-Fraktion sagte, die Menschen müssten möglichst schnell aus den Hallen raus in andere Unterkünfte. „Es wäre aber sinnvoll, die Turnhallen ein oder zwei Monate vorzuhalten, wenn wir nicht wissen, ob wir sie noch brauchen werden.“

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