World Congress Centers Bonn: WCCB-Management: Für 2017 schon fast ausgebucht

World Congress Centers Bonn : WCCB-Management: Für 2017 schon fast ausgebucht

Das Management des World Congress Centers Bonn (WCCB) ist mit der Entwicklung zufrieden. Im Jahr 2016 werden insgesamt 160.000 Besucher bei 72 Veranstaltungen erwartet. An diesem Freitag kommen 3200 Vertriebsmitarbeiterinnen des Kosmetikkonzerns Mary Kay.

Da ist offenbar Musik drin. 8000 Stühle ließ der US-Kosmetikkonzern Mary Kay seit Montag im WCCB schleppen, um seinen Strukturvertrieb anzukurbeln. Eine 400 Quadratmeter große Showbühne mit Herzchendekoration in Rosa wurde in die großen Säle Genf und New York gebaut, ergänzt um eine Rampe im Hintergrund, damit Autos sie befahren können.

20 000 Getränkeflaschen stehen bereit. Die Caterer der Düsseldorfer Firma Broich stellen sich darauf ein, binnen einer Dreiviertelstunde über 3000 Mittagessen zu servieren. Und draußen auf dem Platz der Vereinten Nationen wurden 46 Mercedes-Fahrzeuge als Prämien geparkt – „natürlich auch die in Zartrosa“, bemerkt Mary-Kay-Marketing-Managerin Margret Resch. Nur die 1,20 Meter hohe Geburtstagstorte anlässlich von 30 Jahren Kosmetikverkauf in Deutschland ist noch nicht da. Sie wird erst am Freitagvormittag angeliefert, damit sie für das zweitägige Vertriebstreffen mit 3200 „Beauty-Consultants“ frisch ist. „Wir haben hier genau, was wir brauchen“, freut sich Resch.

Zunehmend Musik ist offenbar auch im WCCB selbst – und das nicht nur, weil das Beethoven Orchester hier in den kommenden Jahren einige Auftritte absolviert. „Wir sind für 2017 de facto schon ausgebucht“, sagt Christina Esser, die das Veranstaltungsmanagement leitet. Das Vertriebsseminar der US-Firma, seit 2010 geplant und wegen der Bauverzögerung immer wieder verschoben, sei ein gutes Beispiel für den Aufwand, den Veranstaltungen annehmen können. „Viele Tage ohne Gäste werden für Auf- und Abbau benötigt“, erklärt ihre Kollegin Marie Méchineau-Hermann. Dennoch würden bei den für 2016 gebuchten 72 Veranstaltungen bis zum Jahresende insgesamt 160.000 Besucher erwartet: „Damit machen wir allein im WCCB-Komplex einen Umsatz von 7,5 Millionen Euro.“

Wird das WCCB am Ende doch noch eine Erfolgsgeschichte für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Bonn? Esser und Méchinau-Herrmann zumindest glauben daran. Und sie gestatten auch einen Blick auf ihren Buchungskalender. Der weist für das erste Halbjahr 2017 nur zehn freie Tage und drei lockere Optionen aus. „Bis 2018 können wir inzwischen für jedes Jahr mindestens 150.000 Besucher garantieren“, sagt Esser. Im Oktober kommen die Volks- und Raiffeisenbanken NRW zu ihrem Wirtschaftstag und die in Bonn gegründete Firma HypZert feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit 1000 Gästen. Im Dezember ist der IT-Sicherheitstag NRW. Im März kommt zum zweiten Mal die aus Köln abgewanderte Werbemittelmesse Haptica. Im Oktober 2017 haben Deutschlands Kieferorthopäden ihre 90. Jahrestagung.

Auch verschiedene Dax-Konzerne hätten gebucht, berichtet Esser, darunter SAP und verschiedene Autobauer. „Die rennen uns die Bude ein, weil sie ihre Fahrzeuge auch im Saal präsentieren können.“ Namen will sie aus Rücksicht auf die Kunden nicht nennen. Nicht alle Veranstaltungen seien für die Öffentlichkeit bestimmt.

Auch die verbreitete Kritik an den Mietrabatten für die Vereinten Nationen teilen die Verkaufsverantwortlichen nicht. „Die UN kommen jedes Jahr im Mai fast für vier Wochen“, sagt Esser. Das bringe viel Grundumsatz. Der Rabatt gelte zudem nur für 20 Tage. Außerdem zahlten die UN vom Kopiergerät bis zum letzten Kabel alle Dienstleistungen voll. „Das muss man als Paket sehen“, erklärt Esser. Bonn insgesamt bringt auch ein Mieter wie Mary Kay mehr Umsatz als die Raummiete. Viele Teilnehmer müssen ins Hotel – und für die mitreisenden Partner gibt es ein Herrenprogramm mit Rheinschifffahrt und Stadtführungen.

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