Katzenlochbachtal und Röttgener Ortsdurchfahrt: Kein Platz für Radfahrer

Katzenlochbachtal und Röttgener Ortsdurchfahrt : Kein Platz für Radfahrer

Die Bezirksvertretung Bonn hat beschlossen, dass die Röttgener Straße zwischen Bernhard-Berzheim-Platz und der Reichsstraße jeweils bergauf mit einem Schutzstreifen markiert werden. Weiteres Thema war der Bürgerantrag einer Anwohnerin, die sich über Raser in der Reichsstraße beklagt.

Viel zu schnell rasen für manche Anwohner die Autos durch Röttgen. Gerade auf der Reichsstraße zwischen der Einmündung Schloßplatz und Dorfstraße würden viele noch einmal aufs Gaspedal treten. „Es ist wirklich unerträglich. Besonders in den Abendstunden sind viele mit Tempo 100 im Ort unterwegs“, beklagt sich eine Anwohnerin der Reichsstraße.

In einem Bürgerantrag an die Bezirksvertretung Bonn forderte sie deshalb, in dem genannten Abschnitt Tempo 30 einzuführen. „Nicht nur die Zahl der Autos, Busse und Lastwagen auf der Reichsstraße steigt unerträglich“, argumentierte sie in der Sitzung. „Sondern vor allem die Geschwindigkeit. Ganz besonders nachts. Und das in einem Straßenabschnitt mit Kindergarten und Berufskolleg.“

Bei einer zweistündigen Überprüfung ließ die Verwaltung am 18. August die Geschwindigkeit messen. Dabei waren von 593 Fahrzeugen allerdings nur zwei schneller als mit Tempo 50 unterwegs. Zudem, so die Stellungnahme aus dem Stadthaus, kann die Reichsstraße als Landesstraße nicht als Tempo-30-Zone markiert werden, da sie als Vorfahrtsstraße eingestuft ist. „Eine Einbeziehung der Reichsstraße in die abgrenzenden Tempo-30-Zonen ist nicht möglich, da sie nur Straßen umfassen dürfen, in denen überwiegend Anlieger unterwegs sind“, so die Antwort der Verwaltung.

Schließlich habe die Reichsstraße auch eine überörtliche Bedeutung, da sie Meckenheim mit Bonn verbindet. Allerdings wollen die Bezirksverordneten dafür sorgen, dass das Tempolimit eingehalten wird. Dafür soll die Verwaltung prüfen, ob der Blitzer am Ortseingang (von Meckenheim kommend) wieder aktiviert werden kann. Zusätzlich soll die Geschwindigkeit auch nachts mit Radar gemessen werden. Die Möglichkeit einer Ampel vor dem Edekageschäft soll ebenfalls erörtert werden.

Mit „Rüttelstreifen“ soll das Katzenloch für Radfahrer sicherer werden. Die Bezirksvertretung Bonn stimmte einer entsprechenden Beschlussvorlage zu. Danach soll die Röttgener Straße zwischen Bernhard-Berzheim-Platz und der Reichsstraße jeweils bergauf mit einem Schutzstreifen markiert werden. Dies würde rund 9000 Euro kosten. Allerdings wäre das nur eine „Light-Lösung“. Denn bereits 2006 hatte die Verwaltung die Anlage eines Fuß- und Radweges geprüft.

Wegen der hohen Kosten (rund 500 000 Euro) war das Projekt damals jedoch nicht weiter verfolgt worden. „Wir würden heute auch zu keinen anderen Ergebnis kommen. Im Gegenteil, jetzt müssten wir mehr für die Realisierung bezahlen“, nahm Helmut Haux von der Stadt Bonn Stellung. Er wird den damaligen Entwurf noch einmal an die Fraktionen weiterleiten.

Die Röttgener Stadtverordnete Elisabeth Zaun fordert hingegen, dass die Verwaltung noch einmal erarbeiten soll, ob Bonn für den Ausbau Fördermittel von Land oder Bund bekommen könnte. „Erst dann können wir über konkrete Lösungen beraten.“ Bis dahin soll der Rüttelstreifen für mehr Sicherheit sorgen.