Kommentar zur geplanten Moschee: Nicht nur Worthülsen

Kommentar zur geplanten Moschee : Nicht nur Worthülsen

Gewerbeflächen sind in Bonn ziemlich rar gesät. Namhafte Unternehmen wie Haribo verlagern ihre Produktion in die Region, weil es in der Bundesstadt keine ausreichend großen Areale gibt. Deswegen sollten die wenigen Flächen, die noch vorhanden sind, auch für Unternehmen zur Verfügung gestellt werden – und nicht für einen Verein oder eine Gemeinde.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Kirche oder eine Moschee handelt, die der marokkanischen Kulturverein einrichten will. Dennoch ist es wichtig, dass eben dieser Kulturverein eine neue Bleibe in Bad Godesberg erhält.

Es ist unbestritten, dass die Räume an der Bonner Straße, die den Muslimen zurzeit für ihr religiöses und kulturelles Miteinander zur Verfügung stehen, viel zu klein sind. Dass freitags nicht alle Gläubigen gleichzeitig in dem beengten Gebäude beten können, ist ein unhaltbarer Zustand.

Hinzu kommt, dass der Verein bereits Geld für einen Architekten und die Pläne für ein Kulturzentrum an der Weststraße ausgegeben hat. Vermutlich, weil die Verantwortlichen davon ausgegangen sind, dass dem Vertrag nichts mehr im Wege steht, nachdem sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke für den Verkauf an sie ausgesprochen hat. Immer wieder betont die Stadtverwaltung, wie wichtig die integrative Arbeit des marokkanischen Kulturvereins ist.

Dass diese Beteuerungen nicht nur Worthülsen sind, kann der OB nun beweisen – auch wenn die Entscheidungen für den Standort vor seiner Zeit getroffen wurden. Zum einen sollte die Stadt dem Verein bei der Suche nach einem Alternativstandort helfen, falls es mit der Ansiedlung an der Weststraße nichts werden sollte.

Zum anderen sollte man nicht länger – wie am Mittwochabend – über, sondern mit dem Verein reden.