Müllabfuhr in der Bonner Innenstadt: BBB will keine Leerung mehr am Montag

Müllabfuhr in der Bonner Innenstadt : BBB will keine Leerung mehr am Montag

Der Bürger Bund Bonn (BBB) will mit einem Antrag im Stadtrat die Müllabfuhrzeiten in der Bonner Innenstadt ändern, damit die Tonnen nicht am Wochenende draußen stehen.

Ein Mitarbeiter der Müllabfuhr klingelt am Montagmorgen an der Tür hinter dem Bekleidungsgeschäft Appelrath & Cüpper an der Poststraße. Ralf Mertens öffnet ihm, damit er die Mülltonnen herausholen kann. So ist das seit Jahren eingespielt. Mertens könnte aber auch an anderen Tagen in der Woche nach Bonn kommen. „Von mir aus können die das auch dienstags machen. Das wäre mir egal“, sagt er zu dem entsprechenden Antrag des Bürger Bunds Bonn (BBB), die Abfuhrtage für die Bonner Innenstadt zu ändern.

Eddy Jipp, Chefkoch im Restaurant Salvator, sieht das anders. „Ich brauche montags die Müllabfuhr.“ Gerade am Wochenende falle viel Abfall an. Der Grund für den Antrag kann er nicht so recht nachvollziehen. Der BBB bemängelt, dass viele Geschäftsleute in der Innenstadt ihre Mülltonnen schon am Samstagabend auf die Straße stellen, wo sie keinen schönen Anblick böten. „Dies macht gerade an Sonntagen, an denen viele Bonner und Touristen durch die Innenstadt spazieren oder einen Schaufensterbummel machen, einen negativen Eindruck“, heißt es in der Begründung.

Die Fraktion möchte, dass die Abholzeiten in der Innenstadt geändert werden – und die Verwaltung hat Bonnorange beauftragt zu prüfen, ob das möglich ist. Nötig sei das nicht, findet Jipp. An den Wochenenden seien nicht so viele Mülltonnen zu sehen. In der Sürst, wo auch das Restaurant liegt, würden die Leute ihre Tonnen überwiegend erst am Sonntagabend auf die Straße stellen. Auch Karina Kröber von City-Marketing Bonn sieht keinen Bedarf. „Wir sind zufrieden so wie es ist.“

Das sagt Bonnorange

Bonnorange rät von einer Änderung der Abholzeiten ab und schlüsselt den Betrieb in der Innenstadt in einer Stellungnahme auf: Danach kommt die Müllabfuhr insgesamt viermal in der Woche in die Einkaufszone, die in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Der eine wird montags und donnerstags, der andere dienstags und freitags angefahren.

Diese seit vielen Jahren praktizierte Aufteilung habe den Vorteil, dass zu spät rausgestellte Tonnen nachgefahren werden können. Das sei nach der Abfallsatzung zwar grundsätzlich nicht vorgesehen, aber sinnvoll, „da sich ansonsten in der Innenstadt tatsächlich die herumstehenden, nicht geleerten Müllgefäße häufen würden“.

Dabei werde darauf geachtet, dass die Arbeit tunlichst bis 10 Uhr erledigt ist, wenn die meisten Geschäfte öffnen, beliefert werden und sich die Innenstadt mit Menschen füllt. „Würde man alle Leerungen auf die Tour dienstags und freitags verlegen, wären unsere Mitarbeiter bis mindestens 13 Uhr in der Innenstadt mit der Leerung beschäftigt.“ Auch Bonnorange führt das Argument ins Feld, dass besonders bei den Gaststätten am Wochenende viel Müll anfalle, der dann länger stehenbleibe.

Vandalismus als Problem

Für die Geschäftsleute sei es wichtig, dass neben dem Lieferverkehr nicht noch mehr Fahrzeuge in der Innenstadt seien, sagt Kröber. Darüber hinaus sei es oft so, dass Bonnorange Schlüssel zu den Abfallbereichen der Geschäfte habe oder dort klingele. So kennt es auch Mertens aus anderen Städten: Köln, Solingen, Aachen, dort würden kaum Mülltonnen auf der Straße stehen. Seiner Ansicht nach müsste man in Bonn an diesem Punkt ansetzen.

Ein Problem mit Mülltonnen, die über Nacht draußen stehen, sei der Vandalismus, sagt ein Passant. Besonders an Wochenenden sei die Verschmutzung in der Innenstadt groß, und oft genug seien Mülltonnen umgeworfen oder angezündet worden.

Man müsse den Anwohnern und Geschäftsleuten vorschreiben, dass sie die Tonnen nur noch morgens rausstellen dürften, sagt er. Und das Ordnungsamt müsse das kontrollieren.

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