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Amtsgericht Bonn: Mann hatte zwölf Unfälle innerhalb von 16 Monaten

Ermittlungen gegen 34-Jährigen : Bonner hatte zwölf Unfälle innerhalb von 16 Monaten

Ein Bonner war innerhalb von 16 Monaten in 12 Unfälle verwickelt. Auch beim 13. Mal forderte er Geld vom Unfallgegner. Doch dieser drehte den Spieß um - mit Erfolg. Die Richterin geht von Betrug aus.

Zwölf Unfälle binnen 16 Monaten – das muss man erst einmal schaffen. Diese eher zweifelhafte Bilanz hielt aber einen 34 Jahre alten BMW-Fahrer aus Bonn nicht davon ab, auch beim 13. Mal Geld von seinem Unfallgegner zu fordern. Den Fahrer eines Mercedes Vans beschuldigte der Mann, ihn am 4. Mai 2018 übersehen zu haben, als dieser auf der Bornheimer Straße neben ihm von dem linken auf den rechten Fahrstreifen wechseln wollte.

Auch wenn es – wie in allen vorausgegangenen Unfällen mit Beteiligung des BMW-Fahrers – nach erstem Anschein so aussah, als ob der Unfallgegner die Schuld an der Kollision trage, sah der Mercedes-Fahrer den Unfallhergang anders und drehte den Spieß um: Der aus Bad Münstereifel stammende Fahrer verklagte den BMW-Lenker vor dem Bonner Amtsgericht auf Schadensersatz in Höhe von 3546 Euro.

Unfälle ähneln sich sehr

Und zwar mit Erfolg, denn die Richterin sah das Ganze als einen fingierten Unfall an. Alleine die Häufung von Verkehrsunfällen, in die der 34-Jährige verwickelt gewesen sei, spreche dafür. Bei elf der zwölf vorausgegangenen Unfälle hatte der Mann selber am Steuer gesessen: Es sei extrem unwahrscheinlich, binnen so kurzer Zeit in 13 Verkehrsunfälle verwickelt zu werden, meinte die Richterin. Das bedeute ja alle fünf Wochen einen Unfall.

Zudem ähnelten die Crashs einander, immer ging es um Fahrspurwechsel oder nicht beachtete Vorfahrt. Es habe sich um Verkehrssituationen gehandelt, in denen nach erstem Anschein immer der Unfallgegner des 34-Jährigen Schuld gewesen sei, so die Richterin. Immer sei die Haftungslage anscheinend klar gewesen und das Verletzungsrisiko für den Beklagten relativ gering.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Personen

Die vorausgegangenen Unfälle wurden darüberhinaus fiktiv abgerechnet, in allen Fällen wurden hochwertige Fahrzeuge mit hohem Restwert und folglich hohen Reparaturkosten verwendet. Außerdem fehlten neutrale Zeugen. Im Unterschied zu dem aktuellen Fall, war die Indizienlage sonst nicht so eindeutig. Nach dem Urteil ist nun auch die Bonner Staatsanwaltschaft aktiv geworden: Man ermittele gegen mehrere Personen, bestätigte Behördensprecher Sebastian Buß.