Kokainfund auf Frachtschiff

38-jähriger Bonner wegen Drogenschmuggels angeklagt

102 Kokainpakete stellten die Behörden im Dezember auf einem Frachtschiff im Hamburger Hafen sicher. Auf jedes von ihnen war ein Bild aus dem Film "Bad Boys" aufgeklebt.

102 Kokainpakete stellten die Behörden im Dezember auf einem Frachtschiff im Hamburger Hafen sicher. Auf jedes von ihnen war ein Bild aus dem Film "Bad Boys" aufgeklebt.

Bonn. Im Dezember fanden Ermittler auf einem Schiff im Hamburger Hafen rund 100 Kilogramm Kokain. Nun hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen 38-jährigen Bonner erhoben, der einer der Drahtzieher sein soll.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen einen aus Bad Godesberg stammenden 38-jährigen Mann Anklage wegen des Verdachts der Beihilfe zur unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhoben. Außerdem wirft sie dem marokkanischen Staatsangehörigen Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. Hintergrund ist der Fund von etwa 100 Kilogramm Kokain auf einem Frachtschiff im Hamburger Hafen Ende des vergangenen Jahres.

Der Angeklagte war bereits zuvor am 13. Dezember in Bad Godesberg festgenommen worden und sitzt in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim. Seiner Festnahme waren monatelange verdeckte Ermittlungen von Beamten des Zoll, der Landeskriminalämter und der Polizei vorausgegangen.

Verdacht auf Mitgliedschaft in internationalem Drogenring

Das Gesetz sieht für den Straftatbestand der Beihilfe zur unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eine Haftstrafe von bis zu elf Jahren und drei Monaten vor. Wie die Staatsanwaltschaft auf GA-Anfrage mitteilte, sei bislang nicht bekannt, wohin das Kokain gelangen sollte. Weitere Angaben zum Fall und dem Angeklagten, der mutmaßlich Mitglied eines international agierenden Drogenrings ist, machte sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Die Polizei hatte wie berichtet aus der Wohnung und vom Arbeitsplatz des Angeklagten in Bad Godesberg Beweismittel sichergestellt. Dazu gehörten Mobiltelefone, ein Notebook und Unterlagen.

Die Ermittler hatten das Kokain, dessen Marktwert auf rund sechs Millionen Euro geschätzt wird, in Bananenkisten auf dem aus Ecuador kommenden Frachter entdeckt. Die insgesamt 102 Pakete waren mit Bildern des Films „Bad Boys“ beklebt. Die Ironie: In dem US-amerikanischen Streifen decken zwei amerikanische Polizisten internationale Drogengeschäfte auf.