Oldtimerfreunde Schäl Sick: Letzte Ehre für "Ääpels Tünn"

Oldtimerfreunde Schäl Sick : Letzte Ehre für "Ääpels Tünn"

Liebevoll haben sie Kartoffeln um die Windlichter drapiert, auf einer Leinwand sind Fotos aus vielen Jahrzehnten zusammengestellt. Und im Fenstergitter klemmt ein Straßenschild mit der Aufschrift "Ääpels-Tünn-Allee 80", das die "Oldtimerfreunde Schäl Sick" ihrem Ehrenpräsidenten zu dessen 80. Geburtstag im vergangenen Oktober eigens hatten anfertigen lassen: Toni Schmittens Freunde nehmen Abschied.

Schmitten war ein Beueler Original - vielen ist der vergangene Woche im Alter von 81 Jahren verstorbene Obst- und Gemüsehändler nur als "Ääpels Tünn" bekannt.

In der Gaststätte "Im Krug" verabschiedeten sich seine "Oldtimerfreunde" am Samstagabend auf ihre Art: "Ein bisschen zusammensitzen, rheinische Lieder singen und alte Geschichten erzählen - von den vielen Erlebnissen, die wir mit ihm hatten. So hätte er sich das gewünscht", ist sich Werner Koch sicher.

Zum Beispiel die Geschichte mit den Fahrrädern: "Wer vergaß, seines abzuschließen, konnte sich auf einen Spaziergang einrichten", so Koch. "Nicht, dass kriminelle Energie dahinter gesteckt hätte - nur Tonis Wunsch, möglichst kommod voranzukommen", erinnert er sich mit einem melancholischen Lächeln. "Aber wir kannten ja die in Frage kommenden gastronomischen Anlaufpunkte, an denen wir unsere Gefährte wieder in Besitz nehmen konnten."

Einer davon war der "Krug" in der Limpericher Straße, in dem Ääpels Tünn auch seinen Achtzigsten groß gefeiert hatte: "Das war seine Stammkneipe. Toni hat schon 1958 mit nur 22 Jahren das Obst- und Gemüsegeschäft seines Vaters übernommen. Und das Kartoffellager war gleich hier gegenüber."

Mit seinen Wagen - einem MAN-Lkw - fuhr der "Beueler Kartoffelkönig" zu seiner aktiven Zeit mehr als drei Millionen Kilometer: "Wenn das kein Grund für eine Ehrenpräsidentschaft ist", sagen seine Freunde.

"Ich finde es wunderbar, dass so viele alte Weggefährten von unserem Toni gekommen sind", freut sich Koch. Bis spät in die Nacht werden dann noch viele Geschichten mehr erzählt, und beim gemeinsamen Singen rollt so manche heimlich Träne. "Schön, dass er solche Freunde hatte", findet Krug-Wirtin Angelika Doland.