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Ideen für das Gemeindezentrum Beuel-Süd: Frisches Wasser für das Taufbecken

Ideen für das Gemeindezentrum Beuel-Süd : Frisches Wasser für das Taufbecken

"Wer möchte noch einen Burger essen?" Sofort schießen 19 Hände in die Luft. Einen Nachschlag möchte sich ja schließlich keiner entgehen lassen. Als alles verteilt ist, kehrt wieder Schweigen in den Saal der evangelischen Kirchengemeinde Beuel-Süd ein.

Schnell aufessen, eine Runde Flüsterpost spielen, noch kurz mit einem Eis stärken, und dann geht es für die Sechs- bis Elfjährigen wieder an die Arbeit: Eierkartons warten darauf verklebt, Holzstämme gestapelt, Pappe bemalt zu werden.

Sie machen mit beim Kinder-Spiele-Fest in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 8. Das Motto lautet: "Was geht in 50 Jahren?". Wie stellen sich die Kinder die Nachfolge-Christi-Kirche und das Gemeindezentrum Beuel-Süd vor, wenn sie selbst so etwa 60 Jahre alt sein werden? In drei verschiedenen Workshops haben sie die Möglichkeit, kreativ zu werden.

"Die Ideen der Kinder sind wirklich erstaunlich", sagt Eve-Janine David, Jugendleiterin des Pfarrbezirks. Da ist zum Beispiel Ben, sieben Jahre alt, der unbedingt Architekt werden will. Seine Vision beinhaltet eine gute Dämmung der Kirche, eine Anlage, um das Regenwasser zu sammeln und wiederzuverwerten sowie Sonnenkollektoren für die Stromversorgung. Er ist nicht der einzige, dem die Natur am Herzen zu liegen scheint: Eine Gruppe zehn- und elf-jähriger Jungen hat aus Holzstäbchen einen unterirdischen Regenwassertank konstruiert. "Der soll das Taufbecken immer mit frischem Wasser versorgen", erklärt Niklas, einer der "Ingenieure".

Besonders die Idee eines Schwimmbads neben - oder auch in - der Kirche, scheint es den fleißigen Bastlern angetan zu haben: Am Kirchturm könnte in den nächsten 50 Jahren doch eine Wasserrutsche angebracht werden, oder? Ein detailliertes Modell aus Küchenpapierrollen stützt diese These in jedem Fall. Auch ein Hallenbad im Jugendzentrum wäre keine schlechte Idee, dann könnte man auch an Weihnachten schwimmen gehen.

"Die Kinder lassen aber auch ganz alltägliche Dinge in ihre Konstruktionen einfließen", erklärt Eve-Janine David und zeigt auf einen Spielplatz aus Pfeifenputzern. Dort ist eine ziemlich große Schaukel zu sehen, auf der alle Platz haben können, die wollen - damit die blöden Streitereien endlich aufhören. Einen ganz anderen Ansatz haben Melina und Erika gefunden. Sie fänden es toll, wenn man den Kirchturm in eine Zeitmaschine verwandeln könnte. Auf jeder Etage könnten sie dann in eine andere, spannende Zeit geschickt werden.

Vielleicht wieder in das Jahr 2015 zurück? Oder 1964, das Gründungsjahr des Pfarrbezirks? Das Kinder-Spiele-Fest ist nämlich Teil des Programms zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Nachfolge-Christi-Kirche. Am ersten Advent 2014 wurde das Jubiläumsjahr eingeläutet und bis zum Ende des Kirchenjahres soll noch kräftig weitergefeiert werden. So lange wird man sich wohl auch die Ergebnisse des Bastel-Tages anschauen können, wie David andeutet: "Jeder sagt doch immer, Kinder seien unsere Zukunft. Darum sollten ihre Zukunftsideen auch auf jeden Fall Beachtung finden!"

Und wer weiß, vielleicht verwirklicht sich der ein oder andere Traum viel schneller als erwartet - ein Umbau des Gemeindezentrums soll nämlich schon bald in Angriff genommen werden.