Pfadfinder-Stamm "Sugambrer" feiert 85-jähriges Bestehen: Gesang und Spiel am Lagerfeuer

Pfadfinder-Stamm "Sugambrer" feiert 85-jähriges Bestehen : Gesang und Spiel am Lagerfeuer

Ihren 85. Gründungstag feiert der Pfadfinder-Stamm "Sugambrer" aus Beuel in diesem Jahr. Sie sind der drittälteste Pfadfinder-Stamm in Deutschland. Die Sugambrer waren ein westgermanischer Stamm, der zusammen mit den Kimbern zwischen Rhein, Lippe, Ruhr und Sieg ansässig war.

"Also genau hier, in der heutigen Beueler Gegend", berichtete der Sohn des Gründers, Berhard Bertram. Die germanischen Wurzeln des Namens werden mit "kraftvoll" und "tatkräftig" in Verbindung gebracht.

Galt der Stamm früher als kriegerisch, der sich mit Vorliebe den Römern widersetzte, so ist er heute eher in bester Absicht in Bewegung: "DPSG im Wandel" heißt das Motto, mit dem sich die Pfadfinderschaft den Gegebenheiten wie modernen Medien und Technik, Ehrenamt und sozialen Aktionen stellt.

Der Stamm zählt derzeit etwa 100 Mitglieder, der sich nach althergebrachter Sitte in Wölflinge (sieben bis zehn Jahre), Jungpfadfinder (zehn bis 13 Jahre), Pfadfinder (14 Jahre 16 Jahre) und Rover (16 bis 21 Jahre) gliedert. Zur Jubiläumsfeier in der Beueler Rheinaue waren jedoch nicht nur die aktiven Mitglieder, sondern auch Ehemalige und Freunde eingeladen.

"Der heutige Tag spiegelt viele wichtige Elemente unserer Jugendarbeit wider. Wir leben Gemeinschaft, bieten Möglichkeiten, Neues zu entdecken, sich auszuprobieren und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen", erklärte Stammesvorsitzende Susanne Eyhoff, "denn das Ziel der Pfadfinderei ist es, Kinder und Jugendliche zu stärken und selbstständigen Persönlichkeiten zu entwickeln."

Das fand sich auch im Programm des Nachmittags wieder. Nach dem Gottesdienst, den Stadtjugendseelsorger Meik Schirpenbach mit den Jugendlichen vorbereitet hatte, begann ein Spiel, bei dem die Kinder verschiedene Pfadfinderstationen überwinden und Pfadfinderkenntnisse beweisen mussten. Die Ehemaligen durften zeigen, welche Lieder und Texte sie aus ihrer aktiven Zeit noch kannten.

Alexander Killer aus dem Vorstand der Sugambrer erklärte: "Es ist schon faszinierend, über wie viele Generationen von Jugendlichen die Pfadfinderei im Herzen von Beuel inzwischen weitergegeben wurde. Wir hoffen, das können wir noch lange aufrechterhalten", sagte er besonders im Hinblick auf das Don Bosco Jugendheim, in dem die Gruppenstunden der Pfadfinder stattfinden und das über Spenden finanziert wird. Der Förderverein hatte anlässlich des 85-jährigen Gründungstags zugesagt, dass in ganz naher Zukunft zumindest die Sanitäranlagen renoviert werden können.

Nach einem Imbiss vom Grill klang der Jubiläumstag standesgemäß mit Gitarre und Gesang am Lagerfeuer aus.