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Offene Ateliers in der ehemaligen Fenster- und Türenfabrik KaHaBe: Im Gespräch mit den Künstlern

Offene Ateliers in der ehemaligen Fenster- und Türenfabrik KaHaBe : Im Gespräch mit den Künstlern

Für Interessierte und Kunstliebhaber öffnete das Atelierhaus "Kunst-Werk KHB" am Wochenende seine Türen. Auf einer Fläche von über 1000 Quadratmetern präsentierten zwölf Künstler Werke der Disziplinen Malerei, Grafik, Zeichnung, Bildhauerei, Objektkunst und Lichtkästen. Den Besuchern bot sich die Gelegenheit, die Künstler im Gespräch kennen zu lernen und Details ihrer Arbeit zu erfahren.

Seit 1998 nutzen die Kunstschaffenden des "Kunst-Werk KHB" die großzügigen Räumlichkeiten der ehemaligen Fenster- und Türenfabrik KaHaBe in Beuel zum Arbeiten und Ausstellen. Beim Rundgang durch die Ateliers präsentierten die Künstler eine große Bandbreite künstlerischer Vielfalt und Kreativität. Der Maler Uwe Rosner hatte in seinem Atelier verschiedene Mandalas und quadratische Drehbilder ausgestellt.

Je nach Drehung und Anordnung seiner kubistischen Gemälde, eröffneten sich dem Betrachter stets neue Bildinhalte. Besondere Faszination erzeugte auch die Künstlerin Désirée Wickler. "Das Hauptthema meiner Arbeiten ist der Mensch im Dialog mit seiner inneren und äußeren Umwelt", erläutert Wickler. Die Künstlerin schöpft Inspiration aus sozialen und philosophischen Fragestellungen, die sich in ihren Werken widerspiegeln.

Viel Beachtung erhielt unter anderem ihr Künstlerbuch "Atemnot der Gebärmutter", in dem sie das Thema des Seitensprungs äußerst sinnlich inszeniert. Großes Interesse zeigten die Besucher außerdem an den Gemälden und Zeichnungen der Künstler Antje Fuss, Huriye Hallac und Peter Martini sowie den Kunstobjekten der Bildhauer Eva Ademi, Ingrid Griesser, Ute Röbbecke-Müller und Andy Sturm. Im Atelier des Künstlers Horst Becker drehte sich alles um das Thema Licht. In verschiedenen Leuchtkästen veranschaulichte er die Vielfalt des Lichts.

Ein besonders extravagantes Kunstobjekt erwartete den Besucher im Atelier der Bildhauerin Tina Schneider. Die Künstlerin präsentierte ihr Werk "Eat me", einen riesigen Stofftier-Pilz, erschaffen aus Latex und den Köpfen alter Kuscheltiere. "Inspiration meiner Arbeit sind meist gebrauchte und abgelegte Gegenstände", so Schneider.

Bei den Besuchern kam das Wochenende der offenen Ateliers gut an. "Es ist spannend, das Zusammentreffen vieler unterschiedlicher Kunst- und Gestaltungstechniken zu erleben. Besonders gut haben mir die Werke des Malers Francisco Correa Lira gefallen", erklärte ein Besucher. Der chilenische Künstler Correa Lira offenbart in seinen Gemälden viel Liebe zum Detail. In unberührten Naturlandschaften versteckt er Hinweise der Zivilisation, die vom Betrachter nur bei genauem Hinsehen entdeckt werden können.

Die offenen Ateliers reizen nicht nur Kunstkenner. Auch für Laien lohnt sich ein Besuch: "Ich habe nicht wirklich viel Ahnung von Kunst. Umso interessanter fand ich die Gespräche mit den Künstlern. Man betrachtet die Kunstwerke mit anderen Augen und nimmt ganz Aspekte wahr", erklärte die Besucherin Marion Hertz.