Kommentar: Klassisches Eigentor

Kommentar : Klassisches Eigentor

Liebe Beueler Grünen: Das ist gründlich in die Hose gegangen. Wenn man die Infoveranstaltung zum Wohnprojekt am Kommentalweg mit einer Schulnote bewertet, dann ist das glatt mangelhaft. Selbst die fröhlich anmutende Moderation von Ratsfrau Doro Schmitz konnte mangelnde Fachkenntnis und schlechte Vorbereitung der Parteikollegen nicht überspielen.

Bereits im Einladungstext befinden sich zwei peinliche Fehler. Bezirksbürgermeister Werner Rambow informiert die Bürger, dass die Bezirksvertretung den Bauantrag für das Wohnprojekt genehmigt hat. Falsch: Erstens genehmigt die Verwaltung Bauanträge und nicht die Politik, zweitens gibt es bisher nur eine positive Bauvoranfrage, keine Baugenehmigung. Der Stadt die Schuld dafür zu geben, dass die Grünen keine aussagekräftigen Pläne bieten konnten, ist zu billig. Die Grünen kennen den Architekten des Vorhabens, hätten sich dort das entsprechende Material besorgen können.

Letztlich muss sich die Partei vorwerfen lassen, nicht auf dem aktuellsten Stand zu sein. Die Entscheidung über die Gebäudehöhe ist bereits gefallen: Es sollen nur acht statt wie von den Grünen behauptet bis zu zehn Etagen gebaut werden. Und beim Thema Verkehrserschließung gaben sie auch keine gute Figur ab: Nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb Straßenbau genehmigt den Straßenanschluss an eine Landstraße. Und der Landesbetrieb lehnt laut Architekt eine Anbindung des Mirecourt-Viertels an die L16 ab.

Erstaunlich war außerdem, dass sich nur Bewohner des Mirecourt-Viertels zu Wort gemeldet haben. Da drängt sich die Frage auf: Haben die Grünen auch die Anlieger der Rheindorfer Straße eingeladen? Die haben zum Thema Verkehrserschließung eine ganz andere Meinung.

Am Ende des Abends leistete sich Grünen-Politiker Rolf Beu noch einen unentschuldbaren Fauxpas: Genervt von Bürgerfragen raunzte er einen Rollstuhlfahrer an, der sich über die schlechte Vorbereitung der Grünen beschwerte - peinlich.

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