Unwetter in Bonn: Feuerwehr musste rund 80 Mal ausrücken

Unwetter in Bonn : Feuerwehr musste rund 80 Mal ausrücken

Der Deutsche Wetterdienst hatte zwar vor Regen gewarnt, dass der allerdings so heftig ausfallen würde, traf Bonn wie ein Blitz aus heiterem Himmel - und es weckte am Montagabend bei vielen schlimme Erinnerungen an den 20. Juni. Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Hagel ist zwischen 18 und 19 Uhr über die Bundesstadt hinweg gezogen und hat wieder zahlreiche Unterführungen, Garagen und Keller unter Wasser gesetzt.

Auf vielen Straßen und selbst auf einigen Autobahnabschnitten standen zeitweise riesige Wasserlachen. Am stärksten betroffen waren die Innenstadt, der Bonner Norden und der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis.

Der Wetterbericht hatte für Montagnachmittag zwar Regen und leichte Wärmegewitter vorausgesagt, aber mit derart heftigen Niederschlägen hatte niemand gerechnet. Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes kam denn auch spät - für viele zu spät. Sie ging um 18.06 Uhr ein. Da schüttete es an vielen Stellen im Bonner Stadtgebiet schon wie aus Kübeln, viele Auto-Alarmanlagen waren durch das Getrommel der murmelgroßen Hagelkörner aufs Blech bereits angesprungen.

[kein Linktext vorhanden]Um 18.45 Uhr wurde die Warnstufe erhöht: "Verstärkung! Lokal ziehen die Zellen sehr langsam. Im Zusammenhang mit den Gewittern tritt heftiger Starkregen mit Mengen über 40 Liter pro Quadratmeter und Hagel auf." Zu diesem Zeitpunkt erreichte das Unwetter über Bonn bereits seinen Höhepunkt. Eine Viertelstunde später war alles vorbei.

Vor allem Beuel blieb weitestgehend verschont. Und auch Mehlem und Niederbachem, am 20. Juni am stärksten betroffen, kamen glimpflich davon. Der Pegel des Mehlemer Bachs stieg zwar wieder rasend schnell an, aber diesmal hatten die Anwohner Glück. Ein Niederbachemer sagte dem GA: "Der Bach ist Gottseidank in seinem Bett geblieben."

Rund 80 Mal musste die Bonner Feuerwehr ausrücken. Fast immer waren es vollgelaufene Keller. Einsatzleiter Carsten Schneider sagte dem GA: "Die Auswirkungen waren aber bei Weiten nicht so schlimm wie vor zehn Tagen." Damals wurde die Feuerwehr 950 Mal gerufen. Keine Lehren aus dem Unwetter vor zehn Tagen hatten offensichtlich einige Autofahrer gezogen, die mit ihren Fahrzeugen regelrecht in die Südunterführung am Hauptbahnhof eintauchten - aber nicht wieder herauskamen.

Die Feuerwehr musste - wieder - helfen. Später war auch hier das THW im Einsatz. Am schlimmsten traf es das Gut Ostler in Messdorf, dass am Wochenende noch sein großes Sommerfest mit 300 Besuchern gefeiert hatte. Gutsherr Martin Baumgart, schon mehrfach Unwetter-Opfer, war verzweifelt: "So dramatisch wie heute war es noch nie." Das Wasser stand im gesamten Innenhof kniehoch, in seinem Keller bis zur Decke.

Glück hatte eine Autofahrerin an der Unterführung am Propsthof. Sie war mit ihrem Wagen in die Fluten geraten. Die Besatzung eines zufällig vorbeifahrenden Feuerwehrwagens sah das Malheur und zog den Wagen "an Land".