Schüler treffen ehemalige Astronauten: Besuch aus dem Weltall

Schüler treffen ehemalige Astronauten : Besuch aus dem Weltall

Für die Schüler der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter hätte der Besuch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch beinahe im Foyer geendet. "Da kommt die ISS runter", konnte ein Jugendlicher seine Mitschüler gerade noch vor dem heranschwebenden Modell der Internationalen Raumstation warnen. Anlässlich des 26. Kongresses der Association of Space Explorers (ASE), einem Zusammenschluss von Astronauten, in NRW machten auch zwei Weltraumfahrer in Oberkassel Station.

Dort trafen Richard Alan Searfoss und Anatoly Artsebarsky beim "Nationalen Ausschwärmtag" unter anderem auf Schüler der Gesamtschule Beuel, des Albert-Einstein-Gymnasiums Sankt Augustin und eben des CJD.

Die Sankt Augustiner Abordnung aus Grund- und Leistungskurs Physik hatte vorab keine Fragen an Astronaut oder Kosmonaut. Dennoch waren Thomas (17), Tore (16), Jérôme (17) und Michael (16) gespannt, was ihnen der Amerikaner und der Ukrainer erzählen würden.

Den Anfang machte Searfoss, der in den 90er Jahren bei zwei Missionen Pilot und ein Mal Commander war (siehe auch den Text "Die Astronauten"). "Das beste an dem Weltraumflug war, die Erde von oben zu sehen", sagte der Amerikaner schwärmerisch in breitem Englisch. Acht Jahre lang habe er sich für den 16-tägigen Aufenthalt vorbereiten müssen. "Ich kam mir vor, als wäre ich wieder in der Schule", meinte der ausgebildete Militärpilot.

Viele Stunden habe er im Kennedy Space Center in Florida für Notfälle trainiert, noch mehr Stunden im Simulator verbracht. "Toll waren aber die Testflüge in einem Gulfstreamjet, der sich genauso flog wie später das Spaceshuttle", so der 57-Jährige.

Was er denn an Bord so gemacht habe, wollte ein Schüler wissen. "Wir hatten ein Mal 157 Ratten dabei, mit denen wir Versuche für die Biowissenschaften gemacht haben", sagte Searfoss. Während er, so eine weitere Schülerfrage, eine dauerhafte Mondstation für technisch möglich hält, aber politisch und finanziell nicht umsetzbar sieht, spricht er sich für mehr privaten Weltraumtourismus aus.

Der Amerikaner kehrte von seinen Flügen stets in seine Heimat zurück. Diese gab es für Artsebarsky 1991 nicht mehr. "Die Sowjetunion hatte aufgehört zu existieren", erzählte der Kosmonaut, der fünf Monate im All verbrachte. Das führte zu Problemen für ihn und seinen Kollegen Sergei Krikalev. "Weil wir nicht mehr an die Flagge kamen, konnten wir sie nicht mehr einholen", erzählte er den Schülern auf Russisch, das ein DLR-Mitarbeiter übersetzte.

Sie hätten "viel Zeug an Bord" gehabt, das sie gar nicht gebraucht hätten. "Das haben wir bei Weltraum-Spaziergängen mit nach draußen genommen. Es verglüht ja beim Eintritt in die Atmosphäre", sagte Artsebarsky. Seine Begeisterung fürs Weltall sei mit dem ersten Menschen dort geweckt worden: Juri Gagarin. "Auch wenn ich erst vier war: Von da an war ich fleißig, um auch mal dorthin zu kommen", sagte der 56-Jährige.