Russisches Konsulat in Bad Godesberg: Rund 250 demonstrierten gegen Schwulengesetze

Russisches Konsulat in Bad Godesberg : Rund 250 demonstrierten gegen Schwulengesetze

Viel Widerhall fand am Sonntag auch in Bad Godesberg eine weltweite Protestaktion wegen der repressiven Vorgehensweise der russischen Regierung gegen lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Menschen, kurz LGBTI-Menschen genannt.

Rund 250 Schwule und Lesben hatten sich am Nachmittag zu einem bunten und friedlichen Treffen vor dem russischen Generalkonsulat in Schweinheim eingefunden.

Höhepunkt der auch über das soziale Netzwerk Facebook koordinierten Aktion: Paare gaben sich vor dem Eingangstor des Generalkonsulats Küsse - getreu dem Protestmotto "To Russia With Love".

"In Russland werden grundlegende Menschenrechte verletzt", fand etwa der Demonstrationsteilnehmer Marvin Mendyka (21): "Wie in vielen Medien berichtet, werden LGBTI-Menschen verfolgt, attackiert und öffentlich erniedrigt."

Was aus seiner Sicht zum Handeln zwingt: "Die Lage der LGBTI-Menschen ist nach der Verabschiedung des Gesetzes gegen sogenannte Homo-Propaganda im vergangenen Juni unerträglich geworden."

[kein Linktext vorhanden]Auch ein 18 Jahre alter Bonner, der nur seinen Vornamen Oliver nennen will, sagt: "Man kann nicht hinnehmen, was der russische Präsident Putin da macht." Eine Streifenwagenbesatzung hatte sich ob des Auflaufs vor dem Generalkonsulat erkundigt, ob alles rechtens sei. Schließlich war nicht klar, ob die Organisatoren die Veranstaltung angemeldet hatten.

Aus Sicht der Leitstelle war alles ordnungsgemäß, da es sich um einen "Flashmob", eine Spontanaktion, gehandelt habe dürfte: "Der Verantwortliche der Aktion hat sich zu erkennen gegeben, und wir prüfen nun, ob seine Angaben zutreffen", sagte am Sonntag ein leitender Beamte auf Anfrage.

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