Baustelle Annaberger Straße: Geschäftsleute beklagen hohe Umsatzeinbußen

Baustelle Annaberger Straße : Geschäftsleute beklagen hohe Umsatzeinbußen

Eigentlich ist es die Bernkasteler Straße, die die Annaberger Straße in zwei Hälften teilt. Seit geraumer Zeit aber ist es eine Baustelle, die diese Funktion übernimmt. Seit fast zwei Jahren wird im Abschnitt zwischen Bahnübergang und Bernkasteler Straße gebaut. Sehr zum Leidwesen vor allem der Geschäftsleute.

Erst waren die Versorgungsleitungen an der Reihe, nun wird der Kanal erneuert. Eine Situation, die nicht nur für die Anwohner lästig, sondern für die Geschäftsleute existenzbedrohend ist. So ist es kein Wunder, dass die Ladenbesitzer zwischen Wut, Verzweiflung und Resignation schwanken. Und noch kann keine Entwarnung gegeben werden. Die Arbeiten werden laut Stadt voraussichtlich Ende des Jahres beendet sein.

"Im ersten Jahr habe ich noch gedacht, es ist nicht so schlimm. Aber es ist schlimmer", sagt Metzgerei-Inhaberin Sandra Lanz. Sie habe mit ihrem Vermieter gesprochen, "ob man da was machen kann". Der Vermieter kam ihr entgegen. Zu ihrem Glück. "Sonst hätte ich letztes Jahr schon zumachen können." Ebenfalls betroffen sind ihre beiden Mitarbeiterinnen. Statt Vollzeit teilen sich beide nun eine Stelle - und haben ebenfalls finanzielle Einbußen.

Ähnlich sieht es bei Inge Bolz vom Tierfutterladen aus. "Ohne Humor hält man das hier nicht mehr aus." Die 44-Jährige ist froh, dass sie ihre Ware nicht nur an der Annaberger Straße, sondern auch im Internet verkauft und einen Heimlieferservice anbietet. Sonst hätte sie wohl schließen müssen.

Nicht nur, dass der Umsatz drastisch zurückgegangen ist, es habe auch nur wenig Informationen gegeben. Ebenfalls ärgerlich sei das "Vollsperrungsschild", obwohl die Annaberger Straße bis zur Baustelle befahrbar sei. So komme es wohl, dass das Restaurant gar nicht mehr öffne.

Der Staub ist es, der Heinz-Willy Müller zu schaffen macht. Weil sein Geschäft an der Ecke Bernkasteler Straße liegt, sei er zwar nicht so schlimm betroffen wie die anderen. Lüften könne er aber auch nicht mehr, "weil der ganze Dreck reinkommt".

Jeden Morgen müsse gekehrt werden, die Schaufenster seien ständig verschmutzt. Außerdem sei der Baulärm ein Problem gewesen. "Kundengespräche habe ich teils in die Abendstunden gelegt." "Es ist wirklich eine Belastung", sagt eine Friesdorferin. "Ich kaufe aber trotzdem hier ein." Sonst gebe es in der Annaberger Straße bald gar keine Geschäfte mehr.

Mehr von GA BONN