Fußball-Europameisterschaft: Bonner fahren zur EM in Frankreich

Fußball-Europameisterschaft : Bonner fahren zur EM in Frankreich

Der Friesdorfer Nicolai Wiebelhaus und seine beiden Kumpels Toni Pignataro und Klaus Brückl fahren nach Frankreich zur Fußball-Europameisterschaft, um die deutsche Elf auf ihrem Weg zum Titel zu unterstützen. Am kommenden Samstag geht es los. Die Organisation der Reise war steinig und schwer.

Erster Halt: Lille. Hier bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihren Vorrundenauftakt gegen die Ukraine. Dann geht es weiter nach Lyon zum Spiel Belgien gegen Italien, um schließlich die Reise nach Paris anzutreten. Dort treffen Deutschland und Polen aufeinander. So lautet der Fahrplan der drei Bonner, die zusammen mit sieben Freunden am Wochenende nach Frankreich reisen werden.

Die drei Spiele finden in einem Zeitraum von gerade einmal fünf Tagen statt, die Planung dauerte indes mehrere Monate. So startete die erste Verkaufsphase für die EM-Tickets bereits im Sommer vergangenen Jahres. „Jeder von uns hat sich für die Spiele der Gruppenersten beworben, weil bis zum diesem Zeitpunkt noch gar nicht fest stand, in welcher Gruppe Deutschland spielen würde. Wir wussten nur, dass die Mannschaft im ersten Lostopf ist“, sagt Wiebelhaus rückblickend.

Im Winter ging es dann mit der zweiten Verkaufsphase weiter. „Um daran überhaupt teilnehmen zu können, mussten wir eine Mitgliedschaft beim Fanclub des DFB für einen Jahresbeitrag von 30 Euro beantragen“, erinnert sich Brückl. „Dabei wussten wir ja noch nicht mal, ob wir die Tickets dann auch bekommen.“

„Am Ende haben wir dann doch irgendwie unsere Karten zusammenbekommen“, sagt Wiebelhaus. Direkt nach den Zusagen habe die Gruppe nach Unterkünften Ausschau gehalten. Allerdings seien die Hotels nach kurzer Zeit ausgebucht gewesen. Besonders in Lille habe man vor Schwierigkeiten gestanden. „Am Ende sind wir vor allem in privaten Unterkünften untergekommen“, so Brückl. „In Lyon verbringen wir außerdem zwei Nächte in einem Bungalow auf einem Campingplatz“, ergänzt Pignataro.

Auch die Anreise ist bereits geklärt. „Wir fahren mit zwei Autos. Später teilt sich die Gruppe auf und wir reisen mit Zügen weiter“, berichtet Wiebelhaus. Hüte, Trikots und Fahnen sind schon eingekauft und einsatzbereit. Alles in allem bezahle jeder um die 500 Euro für den Trip nach Frankreich.

Die drei Bonner bekommen nur die Vorrunde mit. Das sei allerdings nicht weiter schlimm, sagt Brückl. „Zuhause machen wir dann eben Public Viewing oder treffen uns mit Freunden.“

Angst vor terroristischen Anschlägen während ihrer Zeit in Frankreich, haben die Drei eher nicht. „So etwas kann auch in Bonn passieren“, meint Wiebelhaus. Brückl vertraut auf die scharfen Kontrollen der Sicherheitskräfte vor den Stadien und auf die hohe Präsenz der französischen Polizei. Pignataro hat zumindest Respekt vor der Situation. Es seien aber vor allem ihre Partnerinnen, die sich Sorgen machten.

Vor allem Wiebelhaus fiebert der Europameisterschaft in Frankreich entgegen. Für ihn ist es bereits das vierte große internationale Fußballturnier, das er live vor Ort verfolgt. Pignataro ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei und erhofft sich einen Titel. Die Chancen stünden für ihn immerhin doppelt so gut, wie bei manch anderem Fan. Sein Herz schlage nämlich nicht nur für die deutsche, sondern auch die italienische Nationalmannschaft. „Mein Eltern sind in Italien geboren. Wenn es im Verlauf der EM zum direkten Duell kommen sollte, dann drücke ich den Italienern ein bisschen fester die Daumen als den Deutschen“, gesteht er.

Alle drei Bonner freuen sich auf eine spannende und ereignisreiche Zeit in Frankreich. Brückl möchte vor allem den Kontakt zu Fußballfans aus ganz Europa suchen. Schließlich sei er in wichtiger Mission unterwegs. „Wir bringen das bönnsche Lebensgefühl nach Frankreich.“

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