Kurfürstenbad: Die Quittung für die Politik

Kurfürstenbad : Die Quittung für die Politik

Schau an, jetzt werden wieder Krokodilstränen vergossen und die Überraschung ist groß, dass die Technik des Kurfürstenbades sooo marode ist.

Dabei weiß man spätestens seit der Krieger-Expertise 2009 und dem Bädergutachten 2012, dass der Sanierungsstau zehn Millionen Euro beträgt. Haben die Volksvertreter gedacht, diese Summe kommt zustande, weil es um alte Fliesen, kaputte Seifenspender und defekte Mülleimer geht?

Nein, wer lesen konnte, wusste aus den Gutachten ganz genau, dass es um die Notwendigkeit ging, die technischen Anlagen ganz oder teilweise zu erneuern. Dringend sogar, auch im Frankenbad übrigens. Geld dafür haben die Politiker aber nicht bereitgestellt, auch nicht die CDU, die sich 2013 noch als „Retter“ des Bades aufschwang, aber es damit dann auch leider bewenden ließ.

Jetzt die Stadtverwaltung verantwortlich zu machen, ist ein üblicher Mechanismus, der aber hier nicht greift. Denn es war die Politik, die nicht investierte, die nicht entschied, die kein Zukunftskonzept hatte und dafür jetzt die Quittung bekommt. Wer nun mit dem Finger auf die Bäderverwaltung zeigt, sollte nicht vergessen, dass drei Finger auf sich selber gerichtet sind.

Im Grunde passiert nun genau das, was viele befürchtet haben: Man hat die Zukunft der Bäder so lange vernachlässigt, bis sich die Sache verselbstständigt und der Zufall entscheidet, welches Bad als erstes in die Knie geht. Für manche Politiker ist das aber immer noch besser, als selbst zu entscheiden und sich beim Bürger damit unbeliebt zu machen.

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