Pressekonferenz in Mehlem: Häuser in Mehlem einsturzgefährdet

Pressekonferenz in Mehlem : Häuser in Mehlem einsturzgefährdet

Nachdem 15 Menschen am Samstagabend nach der Überflutung einiger Straßen in Mehlem aus ihren Wohnungen an der Rüdigerstraße evakuiert werden mussten, hat die Feuerwehr bis auf zwei Häuser die Wohnungen inzwischen wieder freigeben. An der Rüdigerstraße/Ecke Siegfriedstraße ist ein Kanal gerissen.

Die Stadt sucht mit Experten zurzeit fieberhaft nach einer Lösung, den Kanal wieder dicht zu bekommen. Mit Blick auf die prognostizierten Unwetter in der Region am Nachmittag wird allerdings eine erneute Evakuierung in dem Gebiet nicht ausgeschlossen. Die Stadt Bonn hat große Sorge, dass der Kanal weiter einreißen könnte.

Wegen des hohen Rheinpegels kann der Mehlemer Bach derzeit nicht mehr in der Rhein abfließen. "Der Abfluss ist quasi verstopft, das Wasser drückt in den Kanal zurück", sagte Bonns Tiefbauamtsleiter Peter Esch. Er spricht von einer Naturkatastrophe, "die niemand beherrschen kann".

Sollte es zu weiteren starken Regenfällen kommen sind weitere Einbrüche nicht auszuschließen. Daher werden die etwa 40 Anwohnerinnen und Anwohner, die in 19 Häusern unmittelbar über dem verrohrten Bachkanal entlang der Mainzer Straße wohnen, auf eine mögliche Evakuierung vorbereitet.

"Wir haben eine technische Lösung gefunden, mehrere Tiefbaufirmen sind angefordert. Das Problem ist, dass wir den Schaden am Bachkanal derzeit nicht untersuchen können, da der Bachkanal mit Wasser voll ist", sagt Peter Esch. Gleichzeitig installiert die Feuerwehr zahlreiche Pumpen, die bei weiteren Regenfällen Druck vom verrohrten Bachkanal nehmen sollen.

Bei einer Pressekonferenz am Sonntagvormittag im Alten Rathaus haben Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Feuerwehrchef Jochen Stein und Vertreter der Verwaltung einen ersten Lagebericht erstattet.

Nach den Starkregenfällen vor allem im Wachtberger und Meckenheim Raum sind auch der Mehlemer Bach und der Godesberger Bach über die Ufer getreten und haben weite Teile von Mehlem und die Innenstadt von Bad Godesberg überflutet. Bei den Einsätzen mussten die Hilfskräfte eine Person aus einem Auto befreien und halfen einer weiteren Person, die in einem Haus eingeschlossen war. Das Wasser überflutete neben zahlreichen Kellern.

Fronhofer Galerie überflutet

Zurzeit steht die Tiefgarage in der Fronhofer Galerie noch komplett unter Wasser, teilte Sridharan mit. Feuerwehrchef Stein hofft, dass sie im Laufe des Sonntages leer gepumpt werden kann. Erst dann könne man sich eine Übersicht über die Schadenshöhe machen, sagte er. Drei Personen, darunter zwei Helfer, sind bei den Einsätzen leicht verletzt worden.

Durch den Wassereintritt in die Tiefgarage Fronhofer Galerie und eine Stromverteilstation im Gebäude wurde am Samstag um 19.30 Uhr ein
Kurzschluss ausgelöst, der sich auf weitere acht Netzstationen in Bad Godesberg ausdehnte. Einsatzteams von BonnNetz (Netzgesellschaft der Stadtwerke Bonn) konnten vor Ort binnen einer Stunde die Versorgung wieder herstellen. Betroffen waren rund 1.000 Haushalte im Bereich der Bad Godesberger Innenstadt und in Mehlem.

Allerdings blieben auch im Verlauf des Sonntags rund 55 Wohneinheiten sowie fünf gewerbliche Betriebe in der Godesberger City ohne Stromversorgung, die von der noch immer überfluteten Verteilstation Fronhofer Galerie versorgt werden. Außerdem sind rund 30 Gebäude, deren Keller überflutet waren, sowie einzelne Nachbargebäude ebenfalls auch noch am Sonntagmorgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Keine Auswirkungen oder Einschränkungen gab es in der Trinkwasser- und Gasversorgung, sagte Theo Waerder von den Stadtwerken.

Die Aufräumarbeiten in den vom Hochwasser betroffenen Straßen in der Region und in Bad Godesberg laufen auf Hochtouren. Die Feuerwehr ist mit bis zu 700 Kräften seit Samstagnachmittag im Dauereinsatz. Unterstützt wird sie von allen Freiwilligen Feuerwehren Bonns und Kollegen aus dem Rhein-Sieg-Kreis.

Gegen 13 Uhr werden sich Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Tiefbauamtsleiter Esch erneut ein Bild von der Situation in der Rüdigerstraße in machen.

Hinweis: Das Bürgerinformations- und -meldetelefon der Feuerwehr Bonn unter 0228/7175 ist für nicht zeitkritische Anfragen besetzt. Bei dringenden Notfällen rufen Sie bitte unverzüglich die Notrufnummer 112 oder 110 an!

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