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Bad Godesberg: Verein startet Crowdfunding-Aktion für Beethovenfest

Kurfürstliches Beethovenfest : Verein in Bad Godesberg startet Crowdfunding-Aktion

Eigentlich hat der Verein Kunst und Kultur Bad Godesberg Gutes zu vermelden: Programm und Hauptfinanzierung des Kurfürstlichen Beethovenfestes stehen. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Es fehlen 7500 Euro für städtische Gebühren. Daher hofft das Orga-Team auf rege (finanzielle) Teilnahme bei der Crowdfunding-Aktion.

Das Projekt „Kurfürstliches Beethovenfest Bad Godesberg“ geht in die nächste Runde. „Unser Programm und die Hauptfinanzierung stehen“, sagen die beiden Initiatorinnen des dreitägigen Events, TV-Journalistin Sabine Köhne-Kayser und Volkswirtin Anne Gronski. Sie haben mit ihrem Verein Kunst und Kultur Bad Godesberg (KuKuG) für den 28. bis 30. August an der kurfürstlichen Zeile, in der Redoute und im angrenzenden Park ein buntes Programm für eine Zeitreise in das 18. Jahrhundert gestrickt. Das Projekt hat für die Unkosten bislang insgesamt 50.000 Euro Förderung von der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft BTHVN und dem Landschaftsverband des Rhein-Sieg-Kreises (LVR) sowie eine ganze Reihe Einzelspenden erhalten.

„Damit es aber komplett und rund wird, müssen wir nun doch noch eine kleine Finanzierungslücke schließen“, sagen Köhne-Kayser und Gronski. Durch städtische Gebühren, etwa für die Müllabfuhr, seien Posten hinzugekommen, die sie in dieser Höhe nicht erwartet hätten. Dafür beginne man nun auf einer digitalen Plattform eine Crowdfunding-Aktion, bei der viele Bürger auch mit kleinen Beträgen mithelfen können, erläutert Vereinsmitglied Bernd Fesel, der als Kulturmanager das Know-how für die Aktion mitbringt. 7500 Euro müssten noch für die städtischen Gebühren und die Bühnentechnik aufgebracht werden. „Das müsste machbar sein, denn wir nutzen die Kraft der vielen“, ist Fesel optimistisch. Und wenn dann sogar noch mehr Gelder hereinkämen, könne man vielleicht auch weitere 7500 Euro für die Illumination der rathausnahen Bühne im Stadtpark während der verschiedenen Events aufbringen, ergänzt Marion Reker, die sich als Grafikdesignerin einbringt.

Auftaktkonzert mit Cynthia Nikschas

Auf der Außenbühne wird nämlich die Godesberger Liedermacherin Cynthia Nikschas mit ihrer Band das Auftaktkonzert bestreiten. Sie sei mit Beethovens Musik aufgewachsen, erzählt die Sängerin. „Meine Mutter drehte, etwa wenn sie Wände strich, die tollen Klavierkonzerte immer voll auf.“ Das habe sie als Kind sehr genossen. Sie trete also gerne beim „Kurfürstlichen Beethovenfest“ neben der Redoute auf, da, wo der Komponist als junger Mann einst Joseph Haydn vorspielte, meint Nikschas. Zum Abschlusskonzert in der Redoute hat man die Pianistin Luisa Imorde, das Nouruz Ensemble, das Duo Sophie Moser und Katja Huhn sowie das Markus Schinkel-Trio und Joscho Stephan verpflichten können.

An allen Tagen ist ein zeitgenössischer Markt auf dem Parkplatz vor der Kurfürstlichen Zeile geplant, auf dem sich  unter anderem Kunsthandwerker und Falkner in historischen Kostümen präsentieren. Viele Godesberger hätten ihre Mitarbeit angekündigt, vom Kleinen Theater über die Tanzschulen Kreuz und Koltermann, die Circusschule Don Mehloni und das Puppentheater Seidenfädchen bis zum Ako-Forum, zur Mascerata Veneziana, der Landsmannschaft der Schlesier und zum Generationennetzwerk. Die Godesberger Eventveranstalter „Purpurvilla“ werden eine „Kaffeetafel bei den von Breunings“ aufbauen, also bei den historischen Freunden Ludwig van Beethovens.

Mode als Einstieg in die Historie

Für das Fest wurden eigens 18.-Jahrhundert-Kostüme hergestellt. Schneiderin Andrea Gerwens hat mit der Eventmanagerin Beate Marks-Hanßen dafür gesorgt, dass sich inzwischen schon ein gutes Dutzend Godesbergerinnen weich fließende Kleider genäht hat. „Wir wollen auf dem Fest zeigen, wie  die Zeitgenossen Beethovens damals gelebt haben“, sagen beide. Mode sei dabei der erste Einstieg in die Historie. Man wolle mit dem Event Bad Godesberg als Originalschauplatz der Musik- und Kulturgeschichte greifbar machen und zeigen, dass der Stadtteil auch heute kulturell viel zu bieten habe, betonen Gronski und Köhne-Kayser.