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Kunstwerk von Paul Magar in der Beethovenschule : Wandbild in Bad Godesberg wartet auf Restaurierung

Kunstwerk von Paul Magar in der Beethovenschule : Wandbild in Bad Godesberg wartet auf Restaurierung

Ein beeindruckendes Kunstwerk von Paul Magar ziert eine Wand in der Beethovenschule. Das Werk müsste dringend restauriert werden, es fehlt jedoch eine entsprechende Fachexpertise.

Für das voluminöse Wandbild des Bad Godesberger Künstlers Paul Magar (1909-2000) in der Beethovenschule (katholische Grundschule) ist noch keine Restauration in Sicht. Wie berichtet, ist das 1968 in der Eingangshalle und Aula der Schule auf eine Wand und eine Schiebetür aufgetragene riesige Werk in einem schlechten Zustand. In einer Stellungnahme für die letzte Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg hatte die Verwaltung dem Werk mit dem Motiv eines kleinen Musikorchesters einen zum Teil hohen Beschädigungsgrad attestiert. In dieser Sitzung hatte Elke Melzer (CDU) darauf hingewiesen, dass im Sommer die Decke der Schulaula saniert werde. Ob bei dieser Aktion nicht gleich das dortige Magar-Wandbild mit restauriert werden könne? Da bei der Sitzung kein Vertreter der Stadt vor Ort war, bat der GA die Verwaltung nun um Stellungnahme.

Markus Schmitz vom Presseamt bestätigt, dass geplant sei, die Decke der Aula in den Sommerferien zu sanieren. „Für eine tiefergehende Schadenskartierung“ der Magar-Komposition sei aber „zunächst die Expertise eines Restaurators hinzuzuziehen“, fügt Schmitz hinzu. Ein Datum für den Einsatz eines Fachmanns nennt er jedoch nicht. Womit diejenigen, die sich für eine Säuberung und Restauration des großen Wandbilds einsetzen, noch nicht weitergekommen sind. Anne Gronski vom Verein Kunst und Kultur Bad Godesberg (KuKuG), der 2019 eine ganze Reihe Veranstaltungen über den Maler organisiert hatte, sagt: „Wir würden es natürlich sehr befürworten, wenn das Wandbild von Paul Magar im Zuge der Deckensanierung ebenfalls restauriert würde.“ Wenn möglich, sollten die Türen der Klassenzimmer, die Magar ja auch gestaltet habe, ebenfalls restauriert werden, meint Gronski. Die Klassentüren, die der Künstler mit Einzelmotiven seiner Orchesterkomposition bemalt hatte, sind nach den 1960er Jahren zum Teil mit Klassennamen und entsprechenden Kinderbildern überklebt worden. Magars Tochter Dorothea Hölzer-Magar schlägt vor, diese Klebebilder und -reste mit Spezialentferner von der Malgrundfläche zu entfernen. „Resopal ist ja eigentlich ein robustes Material, das mein Vater extra für die Schule genommen hat“. Gronski sagt für den Verein KuKuG:  „Damit die Werke nicht wieder in Vergessenheit geraten, sondern wertgeschätzt werden, schlagen wir außerdem vor, dass im Eingang der Schule eine Tafel angebracht wird, die auf die Werke und den Künstler hinweisen.

„Ich glaube, dass man die Arbeit insgesamt sehr gut restaurieren könnte“, meint wiederum die Magar-Tochter. Was sicher für Bonn ein großer Gewinn wäre. Denn schon in einem GA-Artikel von 1968 hatte die Kunstexpertin Irmgard Wolf das im Auftrag der damaligen Stadt Bad Godesberg beendete Werk als ein äußerst gelungenes Beispiel von Kunst am Bau gewürdigt. Der damals 59-jährige Paul Magar habe auch die äußerst komplizierte Standortfrage „mit großer Eleganz“ gelöst – mussten die Teile des riesigen Bildes doch durch die Schiebefunktion sowohl an der Wand als auch auf der Tür selbstständig für sich stehen können.

Elke Melzer fordert jedenfalls, dass das Wandbild bei der anstehenden Deckensanierung unbedingt geschützt werden müsse, um weitere Schäden zu vermeiden. „Die Restaurierung selbst ist aus unserer Sicht nicht nur wünschenswert, sondern erforderlich. Hier soll die Verwaltung Vorschläge zur Finanzierung vorlegen.“