Eishockey: Kölner Haie verlieren gegen Nürnberg Ice Tigers

Eishockey : Kölner Haie verlieren gegen Nürnberg Ice Tigers

Anstatt den Anschluss an Tabellenplatz zehn in der Deutschen Eishockey Liga wieder herzustellen, müssen sich die Kölner Haie nach dem 3:5 (0:1, 3:3, 0:1) gegen die Nürnberg Ice Tigers damit anfreunden, zum ersten Mal seit 2015 wieder die Playoffs zu verpassen.

Zehn Niederlagen in Folge, sieben Mal Zuhause verloren, 48 Überzahl-Möglichkeiten ohne Erfolg und aus den Playoff-Rängen gefallen: Die Bilanz der Kölner Haie vor dem Heimspiel am Dienstag gegen die Nürnberg Ice Tigers las sich wie ein einziger Albtraum. Und der Horror geht weiter. Anstatt den Anschluss an Tabellenplatz zehn in der Deutschen Eishockey Liga (DEL9) wieder herzustellen, muss sich der achtfache deutsche Meister nach dem 3:5 (0:1, 3:3, 0:1) langsam aber sicher damit anfreunden, zum ersten Mal seit 2015 wieder die Playoffs zu verpassen. Zu allem Überfluss musste am Spieltag auch noch Neuzugang und Hoffnungsträger Justin Fontaine erkrankt auf seine Premiere verzichten.

Trotz Fontaines Ausfall zeigten die Kölner, dass sie gewillt waren, ihre beispiellose Negativserie zu beenden. Jason Bast (1.) und Alexander Oblinger (2.) hatten die ersten Chancen für ein Haie-Team, das läuferisch extrem viel Aufwand betrieb. Den wichtigen Auftrag, den Puck im gegnerischen Tor unterzubringen, konnten die KEC-Profis im ersten Drittel aber einmal mehr nicht erledigen. Colin Smith, der noch auf seinen ersten Treffer wartet (5.), Jon Matsumoto (9.), Colin Ugbekile (12.) und Jason Akeson (20.) versuchten sich. Die Nürnberger ließen die Haie kommen, verbarrikadierten das Gehäuse von Torwart Niklas Treutle so gut es ging und gaben in Minute elf ihren ersten Torschuss ab. Der zweite saß. Oblinger hatte die erste Strafzeit der Partie gezogen. Als von den zwei Minuten nur noch zehn Sekunden übrig waren, schickte Brett Festerling den Puck aus purer Verzweiflung angesichts der Nürnberger Harmlosigkeit von der Blauen Linie Richtung Haie-Tor. Ein ungefährlicher Versuch, den Smith aber so unglücklich abfälschte, das er unhaltbar für Goalie Hannibal Weitzmann im zum 0:1 im Winkel einschlug (14.). Ein Gegentreffer, der die aktuelle Situation der Kölner nicht besser hätte ausdrücken können.

Es gibt aber auch Haie-Spieler, die sich mit allem, was sie haben, gegen die Krise stemmen. Zach Sill zum Beispiel, der im wilden zweiten Drittel zum 1:1 ausglich (24.) und mit seinem zehnten Saisontor im 41. Saisonspiel erster Kölner im zweistelligen Trefferbereich wurde. Als Torjäger galt der Kanadier bei seiner Verpflichtung nicht, eher als harter Arbeiter für die vierte Reihe. Oder ein Alexander Oblinger, der mit seinem neunten Saisontor das 2:1 erzielte (29.). Und Topscorer Jason Akeson, der nach Sills 1:1 auch das 3:3 von Marcel Müller vorbereitete und so im 49. Versuch wenigstens das Ende der Powerplay-Tristesse einleitete. Aber auch nach 40 Minuten lagen die Hausherren vor 11.234 Zuschauern in der LanxessArena hinten. Und zwar, weil Jakub Kindl einen Schuss von Patrick Reimer zum 2:2 abfälschte (30.), Marcel Müller Tim Bender vor dem 2:3 (32.) einfach ziehen ließ und Jack Skille in aller Seelenruhe zum 3:4 einschießen durfte (39.). Immer, wenn das Team von Trainer Mike Stewart Oberwasser bekam, zog es selbst gleich wieder den Stöpsel. Ein Beispiel: 26:10-Torschüsse für die Haie lautete die Statistik nach 40 Minuten. Die Fangquote von Weitzmann lag demnach bei nur 60 Prozent. „Wir kriegen in entscheidenden Situationen immer das Tor, anstatt es selbst zu machen“, sagte Kapiän Moritz Müller nach dem Spiel.

Am Ende der Hauptrunde werden die Kölner wohl das DEL-Team mit der schlechtesten Chancenverwertung sein. Denn auch im Schlussdrittel versuchten fast alle Haie fast alles. Obwohl das allerletzte Aufbäumen gegen die nächste Niederlage nicht zu erkennen war, hätte Ben Hanowski in Überzahl zum 4:4 treffen müssen (50.). Weil Treutle parierte und auch der sechste Feldspieler in den letzten 2:20 Minuten nur das 3:5 durch Daniel Fischbuch zum Resultat hatte (60.), rückt das frühe Saisonaus nach 52 Spielen immer näher. „Wir investieren viel, schaffen es aber nicht, das Ruder rumzureißen. Irgendetwas machen wir derzeit zu wenig, weil wir keinen Weg finden, ein Spiel zu gewinnen“, analysierte Moritz Müller treffend.

Köln: Weitzmann; Aronson, Gagné; Zerressen, Kindl; Mo. Müller, D. Tiffels; Ugbekile; Akeson, Sill, Hanowski; Dumont, Genoway, Uvira; F. Tiffels, Matsumoto, Ma. Müller; Oblinger, Smith, Bast. – SR.: Piechazcek/Schukies. – Zuschauer: 11.239. – Tore: 0:1 Festerling (13:35/PP1), 1:1 Sill (23:26(Akeson, Hanowski), 2:1 Oblinger (28:36/Bast, D. Tiffels), 2:2 Reimer (29:32), 2:3 Bender (31:10), 3:3 Ma. Müller (37:17/Akeson, F. Tiffels, PP1), 3:4 Skille (38:55), 3:5 Fischbuch (59:59). – Strafminuten: Köln 8; Nürnberg 6.