Ausbau der Haltestellen

Stadt Bornheim macht Druck bei der Linie 16

Weiterhin nicht barrierefrei: Eine Bahn der Linie 16 steht an der Haltestelle in Hersel.

Weiterhin nicht barrierefrei: Eine Bahn der Linie 16 steht an der Haltestelle in Hersel.

Bornheim. Die Diskussionen um die Linie 16 gehen weiter. Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler fordert nun die „sinnvollste und kostengünstigste Lösung“ für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen.

Am Mittwoch kommender Woche tagt der Bornheimer Ausschuss für Stadtentwicklung das nächste Mal. Wie berichtet, haben die Kommunalpolitiker gefordert, dass ein Vertreter der Häfen und Güterverkehr (HGK) zur Sitzung kommen soll. Schließlich gibt es noch viele offene Fragen zu einem Zehn-Minuten-Takt und einem möglichen zweigleisigen Ausbau der Stadtbahnlinie 18.

Der HGK-Vertreter wird sich vermutlich aber auch deutliche Worte zur Stadtbahnlinie 16 anhören müssen. Schließlich ist die HGK, unter anderem auf Bornheimer Gebiet, für die Infrastruktur beider Linien zuständig.

Forderung nach barrierefreien Ausbau

Tatsächlich findet sich auf der Agenda der Ausschusssitzung nicht nur ein Tagesordnungspunkt zur Linie 18, sondern auch einer zur Linie 16, die bekanntlich in Hersel, Uedorf und Widdig hält. Nicht nur dort, sondern auch in Wesseling-Urfeld fordern Anwohner und Politiker seit Jahren den barrierefreien Ausbau der Haltestellen. Im vergangenen Jahr hatte die Ankündigung der HGK für Aufsehen und Verärgerung gesorgt, dass die Strecke auch für Güterverkehr offengehalten werden soll.

Weil Güterzüge breiter als Stadtbahnen sind, können die Bahnsteige nicht ohne Weiteres hochgebaut werden. Wie berichtet, liegt mittlerweile eine von der HGK in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vor, die verschiedene Optionen beleuchtet, wie Barrierefreiheit und Güterverkehr baulich gemeinsam möglich sind. Nach GA-Informationen sollen die Kosten für die verschiedenen Optionen – etwa Gleisverschlingungen oder der Neubau von Streckenabschnitten – zwischen rund elf Millionen und rund 58 Millionen Euro liegen.

Unzufriedenheit über das Verfahren

Der Tagesordnungspunkt der Ausschusssitzung zur Linie 16 beinhaltet einen Bericht der Stadtverwaltung zum barrierefreien Ausbau. Zwischen den Zeilen ist der Unmut über das schleppende Verfahren dabei deutlich herauszulesen. „Es ist schon ein Sachstandbericht“, sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Anfrage. Doch auch er lässt durchblicken, dass er mit dem Verfahren nicht zufrieden ist. Das Thema des barrierefreien Ausbaus der Haltestellen auf der Linie 16 begleite ihn schon die ganzen fast 15 Jahre, die er bereits im Amt sei, sagt er weiter.

Die Stadt erwarte, dass nun die „sinnvollste und kostengünstigste Lösung“ umgesetzt werde. Zugleich macht Henseler deutlich, dass die Stadt nicht gewillt ist, Arbeiten zu finanzieren, die der Ermöglichung des Güterverkehrs dienen. „Die, die das wollen, sollen das auch bezahlen“, so Henseler. Zum Hintergrund: An den Kosten zum Umbau von Haltestellen müssen sich die betroffenen Kommunen anteilmäßig beteiligen. In Bornheim gibt es laut Henseler kein Unternehmen, das Güterverkehr über Schienen transportieren will.

Verärgerung über die HGK

Verärgert sei er auch, dass die HGK zuerst auf einer Parteiveranstaltung über die Machbarkeitsstudie berichtet habe, so Henseler weiter. In der Tat war ein HGK-Vertreter im November bei einer Versammlung der CDU aus den Bornheimer Rheinorten zu Gast gewesen. Mittlerweile stehe die Stadt mit der HGK in der Sache in Kontakt, so der Bürgermeister.

Gegenüber dem General-Anzeiger hatte HGK-Sprecher Christian Lorenz im November gesagt, dass der Startschuss für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen im Jahr 2019 erfolgen solle. Nach gesetzlichen Vorgaben muss der öffentliche Personennahverkehr bis 2022 vollständig barrierefrei sein.